Dankbarkeit (Nachtrag zum Muttertag)

dem muttertag sah ich eher leidenschaftslos entgegen. mir ist auch beinahe egal, ob ihn die nazis, die blumenindustrie, oder die us-amerikanische frauenbewegung erfunden hat. in meiner familie wurde er nie groß gefeiert. ich kann mich auch daran erinnern, dass meine mama wenig enthusiastisch war, wenn meine schwester und ich selbstgebastelten kram anschleppten.

ehrlich gesagt: ich freu mich ein bisschen auf minimes selbstgebastelten kram, egal zu welchem anlass. aber ich hab grummeln beim gedanken, wie das in der kita abläuft: so, am wochenende ist muttertag, da sagt ihr mutti mal, dass ihr sie lieb habt. und jetzt bastelt ihr schön, auch wenn ihr gar nicht wollt. meh.

egal, mir viel zu dem anlass muttertag das thema ‚dankbarkeit‘ ein: nach einer sehr kurzen nacht und frühem aufstehen, zu wenig kaffee und einem offensichtlich schlecht gelauntem minime, der ein glas (absichtlich) umschmiss platzte es aus mir raus: du undankbares kind… und nachdem ich wieder einmal ein- und ausgeatmet habe war ich über mich selbst erschrocken. denn wofür sollte minime denn auch dankbar sein? dafür, dass er in der welt ist und ich seine mutter? dankbarkeit schien mir für einen zweijährigen wohl doch etwas viel verlangt, zumal ich ja den kinderwunsch hatte, und er nicht den, nach dem in-der-welt-sein.

aber ja, auch wenn ich meine mutter zum muttertag nicht anrufe bzw. beschenke (fieserweise liegt der auch immer nah an ihrem geburtstag…) ist mir, seit ich selbst ein kind habe, viel bewusster, was es heißt ein kind zu haben. als kind habe ich immer das gesehen, was mir fehlt(e), ob jetzt materiell oder auch an aufmerksamkeit. das ist wohl auch das gute recht von kindern.

und was es für sie hieß, kinder zu haben, werde ich vielleicht auch nie verstehen (unterschiedliche rahmenbedingungen, aber sowas von). aber mehr dankbarkeit als früher ist da schon. danke!

2 Kommentare

Eingeordnet unter familie

2 Antworten zu “Dankbarkeit (Nachtrag zum Muttertag)

  1. Mir geht es auch so, dass ich die Pflegearbeit meiner Mutter ganz neu reflektiere und bewerte, seitdem ich selber ein Kind und nun auch zwei „habe“, um die ich mich kümmere. Das hat was von einem Kreislauf.
    Neulich nacht habe ich meinem Kleinen auf eine Schlafmelodie n vorgesungen: „Ich wünsche dir auch mal Kinder, die dir keinen Feierabend lassen und alle Stunde weinen.“ oO

    und jetzt such ich mak zu infos zu diesem Verein den du planst, dein Kommentar hat mich sehr gefreut. 🙂

  2. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Blumen, Brüste, Bullshit – die Blogschau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s