Strohwitwenwoche

Der Mann hat keinen 9to5-Job. Neulich war er eine ganze Woche weg. Bald ist er wieder eine Woche weg. Dazwischen war er 5 Tage zu Hause.

Ich habe eine ganze Woche allein mit Kleinkind und Baby gewuppt! Mein Gesicht hat jetzt den Ausdruck „Gebt mir nen Sack Flöhe ich mache, dass sie alle brav Pfötchen geben“. Ich bin wie Teflon, an mir prallt alles ab! Tiefenentspannung pur. Ja echt! Das muss das Adrenalin aus der letzten Woche sein…

Also wirklich: Es war beinahe gut. Cashew kommt mir mit seinem Schlafrhythmus sehr entgegen. Minime hat sich morgens beim Anziehen nur mittelmäßig gewehrt, die Tiefkühltruhe war voll mit feinsten Speisen die der Mann und ich – eigentlich – fürs Wochenbett und andere Notfälle vorgekocht hatten. Vormittags, während Minime im Kindergarten war, haben Cashew und ich uns eine Routine angewöhnt. Zweites Frühstück (am besten natürlich gleichzeitig für Cashew und mich…), Nickerchen (Cashew)/Haushalt (Ich), ein bisschen spielen, Einkäufe erledigen, Minime abholen. Auf den Spielplatz und ab nach Hause, Abendbrot.

Ja und eigentlich war es hier sogar sehr aufgeräumt. Der Mann und ich und der Haushalt, das ist nämlich ein kompliziertes Trio. Also wenn wir zu dritt sind. Zu zweit geht das anscheinend besser. Warum weiß ich auch nicht.

Ach so. Murphy war auch da und hat Minime am Freitag Durchfall mitgebracht. Also kein Kindergarten. Und am frühen Abend habe ich „DAS IST DER LÄNGSTE TAG MEINES LEEEEEEBENS“ gebrüllt. Aber sonst…

Samstag waren wir im Zoo, Minime, Cashew und ich. Minime wollte nicht vom BuggyBoard runter, Cashew nörgelte die ganze Zeit im Tragedings und auf dem fantastischen Zoospielplatz blieb Minime im Klettergerüst stecken. Cashews Nörgeln hörte nach drei Stunden übrigens auf, als ich ihm die Mütze über die Augen zog. Also darüber. Guckst Du nicht mehr.

Jetzt gebe ich Workshops in Entspannungstechniken. Ich bin das wandelnde OMMMMMM.

11 Kommentare

Eingeordnet unter familie

11 Antworten zu “Strohwitwenwoche

  1. Guckst du nicht mehr!sehr gelacht, danke;)

  2. ich habe mal in einer Pflegefamilie gearbeitet mit 3Kindern und wenn die Pflegeeltern mal über das Wochenendenicht da waren, war ich dran, danach hatte ich immer eine gaaaanz tiefe Falte auf der Stirn.

  3. Liz

    Haha! Das mit der Mütze hab ich auch neulich festgestellt. Plötzlich war die nörgelnde Babytochter so ruhig im Tragedings. Beim runtergucken stell ich fest: Der war die Mütze über die Augen gerutscht. Anscheinend fand sie das so gut, dass sie eingeschlafen ist.

  4. Ja genau so ist das.
    Wir proben gerade Geschwisterliebe: Ich auf dem Fahrrad, die Kinder hauen sich im Anhänger um nen Reiskeks. Jeder zwickt jeden und nimmt dem anderen seinen Keks weg. Also setzt ich ein Lächeln auf, fahre weiter und ignoriere die fragenden Blicke der entgegenkommenden Radfahrer ob des Geschreis im Fond…
    Zu Hause angekommen hat das Baby den Reiskeks der Großen gemampft und die Große dafür ihre Kuschelente konfisziert. Den Rest des Abends herrscht geschwisterliche Eintracht und es wird zusammen Lego gespielt.

    Man muss nur die 5 Minuten Geschrei irgendwie sinnvoll rumbringen… Ommmmm

  5. Ich lese deinen Blog echt schon sehr lange und sehr gern. Vor allem in diesem Post habe ich mich wieder gefunden. Mein Mann ist auch öfters längere Zeit (letzte Woche waren es vier Tage) weg und man wird dann auf eine harte Probe gestellt, vorallem wenn das Kind gerade verkühlt ist und zeitlgeicht auch noch zahnt, aber irgendwie geht es dann doch. Man entwickelt in dieser besonders schwierigen Zeit mehr Energie. Keine Ahnung woher diese Energie stammt, aber die muss wohl irgendwo in meinem Körper für Zeiten wie diese gepunkert sein. Das mit dem Ommm kann ich nur unterschreiben.

    Ganz liebe Grüße
    Nina
    http://ninaitwanina.blogspot.co.at/

  6. In solchen Zeiten versuche ich immer, möglichst viele Besuche zu machen und zu empfangen. Irgendwie ist die Krabbe deutlich relaxter, wenn mehr Mesnchen um sie herum sind. Aber wie das mit mehr als einem Kind ist, vermag ich mir nicht vorzustellen… eine Freundin sagte mal: „Der Unterschied – für die Sorgetragenden – zwischen einem und zwei Kindern. ist größer als zwischen keinem und einem Kind.“

    • Dem Satz Deiner Freundin kann ich nun gar nicht zustimmen. Ich finde, das zweite Kind macht gefühlt nur halb so viel „Stress“. Für mich war die die Umstellung von Kinderlos zu Mutter das Schwierigste. Jetzt ist es quantitativ anstrengender, aber ich kann auch mehr genießen…

  7. Christa Spatt

    Bin schwer beeindruckt. Mir steht die Feuerprobe, mal ein paar Tage am Stücke mit nunmehr 2 Kleinen (eins zweieinhalb und das andere ein halbes Jahr) noch bevor. Kann mir nicht vorstellen, dass ich das so cool hinkriege (nicht genug OMMMMH, schätze ich ;-)) Aber sag mal, wie machst du das abends mit dem Hinlegen? Da wartet bei Dir echt das Ältere in aller Ruhe, während du den Zwerg hinlegst?

    • Also das Abendritual sieht inzwischen so aus: Nach dem Abendbrot putze ich mit Minime die Zähne (oder fordere ihn auf, das selber zu tun, was grade mehr Erfolg verspricht). Dann füttere ich Cashew und Minime darf sich dazu zu uns ins Bett legen. Momentan passt das von der Uhrzeit ganz gut, so, dass Minime oft einfach neben uns einschläft. Dann muss ich nur zusehen, wie ich ihn hinterher rüber trage, oder damit leben, nachts von Kinderfüßen getreten zu werden 😉

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