Vegetarischer September

Danke für eure lieben Rückmeldungen zum letzten Post! Viele kamen auf facebook (jeder Blogbeitrag hier wird automatisch mit meiner facebook-Seite geteilt, das hatte ich mal so eingestellt und vergessen). Facebook, ich dachte, da ist keine_r mehr. Vielleicht war das mein Fehler. Ich scrolle eher durch instagram und versuche da irgendwie mitzuhalten. Dabei sind schöne Fotos gar nicht meine Stärke, aber ich mag halt Herausforderungen. Also gut, ich werde in Zukunft wieder öfter an meine Lieben auf facebook denken und mich dort melden.

Das Bloggen war für mich, besonders anfangs, ein Ventil für all das, was mich aufregt. Als Feministin schwanger – da gibt es so einiges zum Aufregen. Andere bloggen nicht über Dinge, die sie ärgern und jammern nicht, aus Angst, dass es dann noch schlimmer kommt. Bei mir ist es umgekehrt: Ich trau mich nicht zu schreiben, wenn alles rund läuft, aus Angst, dass es dann schlimmer kommt. Ein bisschen absurd, aber so lebt jede_r seinen Aberglauben anders.

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Nach dem Umzug in die Vorstadt bin ich dem lokalen Surfverein beigetreten. Zweimal im Jahr fahren wir ans Velouwemeer, grillen abends und surfen, wenn es der Wind erlaubt.

Ich lehne mich wohl nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass Jede_r, di_er was ins Internet schreibt, malt, filmt…sich irgendwie darüber freut, auch wahr genommen zu werden. Sonst könnten wir ja auch klassisch Tagebuch schreiben. Oder so. Aber: ich schreibe, ihr lest. Ihr wisst ein bisschen von mir, ich fast nichts von euch. Dabei bin ich so neugierig! Also, ich freue mich wirklich, von euch zu lesen.

Hinzu kommt, dass es zu den Urzeiten des Bloggens so war: Jemand (also ich zum Beispiel) hat gebloggt und andere haben kommentiert. Irgendwann haben die anderen dann, statt zu kommentieren, selber gebloggt. Vielleicht dann auf meinen Artikel verlinkt. Und dann…ja, dann hat jede_ r seine Blogparade und seine Linktoolparaden gemacht. Gut für SEO und die eigene Bekanntheit. Ach, ich will auch nicht nörgeln. Et is, wie et iss.

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Herbstdeko ausdrucken und ausmalen. Gesehen bei Bine Brändle

Ich versuche, mein Schreiben neu auszurichten, denn da sind viele Texte eigentlich schon fertig in meinem Kopf. Aber es ist ein Stilbruch. Andererseits: Dies ist mein Blog und ich kann ja schreiben, was und worüber ich will. Am liebsten, in Zukunft, über mein dilettantisch-kreatives Scannerleben. Mit Familie. Und dem Vorhaben, mehr über gleichberechtigte Elternschaft zu schreiben und zu reden, ohne Paaren, die das nicht so schaffen wie gewünscht vor den Kopf zu knallen, das sei alles nur eine Frage des Wollens. Hey, look at me!

Hier gibt es also in Zukunft vermutlich wieder viel Text. Keine aufgehellten Fotos, keine Flatlays (ich meine nicht den Typen von Lord of the Dance) und auch keine “10 Dinge, die du immer schon über Dings wissen wolltest”. Das sind nämlich eigentlich immer die Dinge, die alle schon wissen.

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Beinahe hätte ich meine Steuererklärung für 2018 gemacht.

Also kleiner Monatsrückblick

Wir hatten im September einen vegetarischen Monat! Also ich, ich ernähre mich ja schon seit 2007 vegetarisch, inzwischen fast schon vegan. Aber der Mann…nun ja, der ist nun mal fast genau so lange mit mir zusammen wie ich Vegetarierin bin, also hat er hautnah erfahren, dass man nicht vom Fleisch fällt (sorry, Karlauer, aber der musste sein), wenn man Tiere vom Speiseplan streicht. Und das Fleisch groß und stark macht, glaubt heute ja eh keiner mehr. Immer mal wieder fiel also ein “Also Vegetarier werden – das könnte ich mir schon vorstellen” aus dem Mund des Mannes. Find ich ja viel romantischer als jeden Liebesbrief, aber nicht, wenn nicht mal Nägel mit Köpfen gemacht werden. Also sagte ich Ende August: So, Grillzeit fast vorbei, im September könntest du mal auf Fleisch verzichten.

Praktischerweise entdeckten wir kurz zuvor noch ein paar vegane Burger und Würstchen, die auch ihm schmeckten und ich habe echt einiges getan, um diese aufzutreiben.

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„Entschuldigung, meine Katze hat meine Unterlagen aufgefressen!“ „Ja, sicher!“

Ich würde ja nach diesem Monat faszinierende Erkenntnisse teilen wollen, aber: der Mann ist noch der gleiche wie vorher. Wir haben gut gegessen und das fast genau so wie vorher (Fleisch gab es ja eh nur, wenn der Mann gekocht hat, meistens war es dann ein “Add on”). Zweimal hat der Mann dann doch mal zum Fleisch gegriffen. Er wird wohl dauerhaft – leider – kein Veggie, aber isst kein Billigfleisch mehr.

Die Kinder haben viel Zeit mit Feuermachen im Garten verbracht, ich mit Efeu- und Heckeschneiden und überhaupt: wenn man Hausmitgarten hat, braucht man eigentlich keine Hobbys mehr.

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Efeu ist echt schön. Vögel brüten darin, Insekten lieben es. Ich ja auch, aber nicht, wenn es an Nachbars Garage hochwächst (und auf unserem Grundstück seine Wurzeln hat)

Der nächste Monat steht im Zeichen von: plastikfrei einkaufen. Und eine Halloweenparty planen. Was macht ihr?

4 Kommentare

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4 Antworten zu “Vegetarischer September

  1. Julia

    jui, ich freu mich auf diese Texte!

  2. Kerstin

    Was mich auch sehr interesssiert ist, wie sich das 5050 Modell verändert, wenn man ein Haus hat. Ich hatte schon Haus mit Garten als die Kinder kamen, aber ich stelle mir vor, dass es leichter sein könnte mit Wohnung partnerschaftlich zu leben. Außerdem merke ich auch, dass es bei uns schnell zur Schieflage der Zuständigkeiten kommt, weil ich mehr Interesse an Nachhaltigkeit habe als mein Mann. Als ich z.B. beschlossen habe, die Wäsche auf der Leine zu trocknen, statt im Trockner oder unverpackt einzukaufen (viel mehr Wege und Läden…), dann sind meine Posten gleich ums Doppelte gewachsen ohne, dass eine Aufgabe dazu kam. Wie sieht das bei euch aus? Trägt der eine die Ideen vom anderen immer mit?

    • Gute Frage. Wir hatten ja noch nie 50-50 im Sinne von: wir lohnarbeiten gleich viel. Ich merke aber die Erleichterung sowohl durch den Garten (im Sommer halleluja – Trampolin, Planschbecken, viele Nachbarskinder), weil ich nicht mehr alles packen musste um auf den Spielplatz oder in den Park zu gehen. Jetzt ist es oft so, dass die Kids nach Schule o Kindergarten sich mit den Nachbarskindern verabreden und entweder bei uns durch Haus und Garten rennen o bei den Nachbarn. Ich muss nicht mehr für die Kids verabreden, da sind die sehr autonom geworden. Bedeutet für mich, ich kann auch nachmittags mal arbeiten oder Haushalt erledigen. Und das mit der Nachhaltigkeit war eben auch in der Wohnung schon so, dass es eher mein Thema ist. Der „Vorteil“ hier ist eher, dass man für größere Einkäufe eh mit dem Auto erledigen muss und ob man dann zum Discounter o zum Unverpacktladen fährt fast egal ist…

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