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MentalLoad und Corona im Dorf

Montag

Der Montag fängt wie so ein Montag an, mit Kindern, die lieber noch schlafen würden, Wo sind meine Hosen, Iss endlich auf du musst zur Schule und Setz deinen Fahrradhelm auf und vergiss deine Maske nicht.

Endlich sind alle vor der Tür. Ich mache Homeoffice und in der Mittagspause etwas, was ich schon länger in meinen Alltag integrieren wollte: Ich spiele Flöte. Einen Irish Reel, kennt ihr, wenn ihr mal The Corrs gehört oder in Irish Pubs gesessen habt: Drowsie Maggie. Sonst gebt den Titel bei Youtube ein. You’re Welcome. Meine Finger sind sehr langsam, aber man hört, worauf es hinaus soll.

Am Nachmittag kommen die Kinder nach Hause. Kind2 hat in der Schule seinen Milchschneidezahn verloren und ist ganz happy. Und wir erst, jetzt grinst er, wie ein echter Erstklässler!

Wir sitzen am Tisch, ich male, mit Aquarellstiften in meinem neuen Aquarellpapierbuch. Ich ‚kann‘ gar nicht malen, aber ich hab Freude daran. Erst mal testen, wie Farbe und Papier funktionieren, wie schnell es trocknet, wie gut sich die Farbe vermischen lässt. Die Kinder hören während dessen Hörbuch.

Am Nachmittag plaudere ich kurz mit der Nachbarin von Gegenüber. Anscheinend ist Corona jetzt auch in großem Umfang in unserem Dorf angekommen, nach einer Hochzeit im Nachbarort sind mehrere Personen in Quarantäne. Abends berichtet man auch im Radio davon. Spooky, sehr spooky. Und nur eine Frage der Zeit, bis die Grundschule hier zu hat.

Am späten Nachmittag stehen plötzlich Kinder vor der Tür und wollen unsere zum Spielen abholen. Nachdem in den Ferien kaum jemand auf der Straße war, kommt jetzt das, was ich mir mit dem Umzug in den Vorort erhofft habe: Kinder, die sich spontan treffen…

Dienstag

Ich spiele Mama-Taxi. Gegen Mittag kommt Kind1 nach Hause und ich fahre ihn zur Musikschule. Bisher haben die Kinder keine klassischen Hobbys gehabt, ich fand, die langen Kita- und Schultage reichen und sie haben auch keine speziellen Wünsche geäußert. Als sie kleiner waren, gab es mal Kinder-Turnen und für Kind1 eine zeitlang Bouldern. Aber kein Kind sagte „Ich will xy machen“. Aber seit eben einem knappen Jahr möchte Kind1 Keyboard lernen.

Er hat heute also seine zweite Klavierstunde (Keyboard kann er ja darauf aufbauen). Bei der ersten war ich noch mit dabei, ich mag ja auch gucken, wie die Lehrerin so ist. Ich fand sie super, das Kind soll immer zwei Töne spielen, sie spielt darüber eine Melodie – zack, Erfolgserlebnis fürs Kind. Ich selber musste auf der Querflöte damals die erste Woche nur ins Kopfteil pusten und das war schon irgendwie öde, wenn man vorher mal so richtige Flötist:innen gehört hat.

Anschließend haben wir einen Augenarzttermin. Kind1 trägt eine Brille und klagt trotzdem manchmal über Kopfschmerzen in der Schule. Bei der Anmeldung stelle ich fest: Ups, Versichertenkarte vergessen! Ich muss an all die Diskussionen um MentalLoad denken und daran, dass mich heute keine:r erinnert hat, diese mitzunehmen. Ich war schon happy, an die Anmeldung für die Musikschule zu denken und die Gitarre, die Kind1 noch als Leihinstrument hatte vom Kooperationsprojekt Schule & Musikschule aus dem letzten Jahr. Ha, alles dabei gehabt! Versichertenkarte eben nicht.

Umgekehrt hätte ich aber auch den Mann nicht an all das erinnert, wäre er zu den Terminen gefahren. Ich vergesse Dinge, der Mann vergisst manchmal Dinge, warum soll ich mir zusätzlich den MentalLoad auftragen, ihn an Sachen zu erinnern? In diesem Fall ist die Konsequenz: Ich muss irgendwann zeitnah nochmal in die Praxis um die Karte vorzulegen. Shit happens.

Mit den Augen ist alles in Ordnung. Woher die Kopfschmerzen kommen? Don’t know yet…

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Nach den Ferien

Die Hitze macht uns zu schaffen. Das geht wohl allen so. Aber…

Am Montag fährt der Mann zur Arbeit. Bei mir steht Home Office an. Den Kindern erlaube ich, dass sie soviel Fernsehen dürfen, wie sie wollen, nachdem sie ihre Kinderzimmer (halbwegs) aufgeräumt haben.

Ich versuche zu arbeiten, konzentriert ist aber nicht. Die Kinder nehmen das mit dem „soviel sie wollen“ sehr ernst und ich bekomme sie erst am frühen Abend wieder dazu, die Kiste mal auszuschalten. Das war Rekord.

Ich glaube, sie würden schon was anderes machen, wären andere Kinder da. Naja.

Gegen Lebensmittelverschwendung

Am Dienstag im Prinzip das Gleiche, Mann außer Haus, ich im Haus, die Kinder auch. Spannend, oder? 😀

Am Vormittag kommt meine erste Bestellung von Sirplus (alles, was ich in meinen Blogartikeln nenne, habe ich selbst gekauft und selbst bezahlt und schreibe ganz freiwillig und ohne Auftrag darüber…). Sirplus wurde unter anderem von Raphael Fellmer gegründet, der mal versucht hat, ohne Geld zu leben. Also ohne Geld zu verdienen oder auszugeben. Dann hat er Food Sharing mit gegründet und jetzt versucht er, mit anderen und in größerem Stil, Lebensmittel direkt an der Quelle zu ‚retten‘: Bei den Produzenten oder im Großhandel aufkaufen, Qualität checken, weiter verkaufen. Es gibt kein Leben außerhalb des Kapitalismus, Baby!

Ich hab die Veggiebox bestellt und die Bestellung war easy, die Sachen gut verpackt und es war einiges drin. Für unseren Haushalt war leider etwas zuviel Süßkram drin, aber man kann auch einzelne Produkte auswählen und bestellen, vielleicht ist das für uns besser.

Parteipolitik

Es ist erster Schultag für den Großen! Obwohl wir am Vorabend alles gepackt haben, fällt uns kurz vor dem Go noch auf, dass die Fahrradhelme weg sind (wurden im Kofferraum des Autos gefunden) und Schuhe, wo sind diese verdammten Schuhe…? Dann mit allem, was man für die Schule benötigt, Tornister, Turnbeutel (den das Kind dann doch nicht braucht, sie sollen an den Sport-Tagen fertig angezogen zur Schule kommen) und ein Handtuch, falls in der Nachmittagsbetreuung mit Wasser geplanscht wird.

Abends fahre ich zur Kreisversammlung der Grünen. Letztes Jahr bin ich dort Mitglied geworden. Mir reicht es nicht mehr, nur an meinem Konsumverhalten rumzuschrauben und da ökologisch zu optimieren. Das mache ich zwar weiterhin, aber Leute, ich hab gesehen, wie sich Eltern auf twitter gegenseitig in der Luft zerreissen, weil eine gesagt hat, sie würde ihrem Kind auch mal ein Eis von N*stlé kaufen und was da abging… und das unter Müttern, denen man ja eh schon für alles die Schuld gibt.

Es ist natürlich ehrenhaft, auf individueller Ebene anzusetzen, versuche ich ja auch, siehe oben. Aber puh, wenn ich überlege, wie viel Energie ich auf die Frage verschwendet habe, was am nachhaltigsten ist: Lebensmittel zero waste zu kaufen, saisonal/regional, gerettet oder vegan…dann denke ich abschließend, dass meine Energie woanders eine größere Durchschlagkraft hat.

Ich habe die Hoffnung, dass man gemeinsam mehr erreicht und auf politischer Ebene größere Stellschrauben drehen kann. In Bezug auf Tierhaltung, Fleischproduktion, Verpackungsmüll, Lebensmittelverschwendung etcetera etcetera bla bla.

Naja, die Versammlung zog sich ein wenig, wie jede, auf der ich bisher war. So eine Lokalpolitik basiert auf gewachsenen Strukturen, Ämtern und Netzwerken, vermutlich wird meine erste Aufgabe sein, mir hier erst einen Durchblick zu verschaffen.

Einschulung

Donnerstag ist der Tag, auf den Kind2 hier nun seit Wochen gewartet hat: Die Einschulung! Wir kommen als letzte in der Kirche an, weil natürlich noch diskutiert werden muss (macht Kind2 gerne, wenn es aufgeregt ist) – ob er wirklich ein Hemd tragen muss (wir nehmen es dann mit, falls er sich doch noch entscheidet, es anzuziehen), wer die Schultüte und den Tornister trägt (Dienstpersonal bleibt Dienstpersonal) und ob Socken angezogen werden. Die Sitzordnung sieht natürlich vor, dass wir in der ersten Reihe sitzen und – vom hinteren Eingang kommend – noch an allen vorbei müssen…

Natürlich ist wegen Corona alles anders. Wegen der Aerosole darf nicht gesungen werden (denkt dran, wenn die Fußballstadien wieder voll sind), es dürfen nur die Eltern mit und es sind auch keine anderen Schulkinder da, die sonst den Gottesdienst mitgestalten. Leider betont die Direktorin, die durch das Programm führt auch dauernd, WIE anders alles ist und was nicht alles getan würde, wäre nicht Corona. Find ich ziemlich überflüssig, den heute eingeschulten Kindern ständig unter die Nase zu reiben, was alles hätte sein können. Das ist offenbar nicht nur bei unserer Einschulung hier gewesen, auch Franzi schreibt über die „Entschuldigungsfalle„.

 

Kind2 findet das nicht schlimm, vermutlich ist es für ihn sogar angenehmer, dass wir nur so wenig Leute sind.

Natürlich weine ich, ist ja mein Baby, was da jetzt ein Schulkind ist. Ich weine aber auch ein bisschen, weil die Kinder alles – die Maskenpflicht, den Abstand – so tapfer ertragen, und weil ich finde, das Kinder in dem Alter nicht so tapfer sein müssen. Sie sollten sich vor Aufregung schubsen können, sich an die Hand nehmen um sich an jemanden, der genau so aufgeregt ist wie man selbst, festhalten zu können und naja, meistens hat mir Corona echt nichts ausgemacht, aber in dem Moment bin ich überfordert.

Nachmittags besuchen uns Tante und Großeltern und wir sitzen im Garten, die Kinder verkriechen sich ins Haus, ihr Limit an Menschen ist wohl erreicht. Wir essen Kuchen, den die Tiefkühle gebacken hat und grillen.

Freier Freitag

Beide Kinder in der Schule! Ruhe im Haus. Ich gehe erst mal spazieren und arbeite anschließend in Ruhe ein paar Sachen weg.

Am Abend ist bei uns „Filmabend“ – seit wir die Folge von der Sendung mit der Maus gesehen haben, in der Ralph Caspers eine dänische Familie besucht, die abends bei Schüsseln voller Süßigkeiten Filme guckt. So erzählen die Kinder diese Folge. Ich wähle „In einem Land vor unserer Zeit“ aus, Kind2 als Dino-Fan freut sich.

Das Wochenende war sehr anstrengend, für uns alle die Umstellung zu Präsenzschulalltag herausfordernd.

Hat bei euch die Schule schon angefangen? Habt ihr neue Erstklässler:innen oder einen Umstieg auf weiterführende Schule?

Kommt gut in die neue Woche!

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Kalenderwoche 22 – CoronaChroniken

Montag – CatMonday

Ich werde um 5.20 wach. Diesmal nicht freiwillig. Katzenfauchen und -geschrei in unserer Einfahrt. Der unkastrierte Nachbarskater hat zum wiederholten Male eine unserer Katzen in die Ecke gedrängt und attackiert. Ich verscheuche ihn und locke unser Tierchen ins Haus.

Die Katz ist ganz schön desolat, lässt mich nicht an sie ran und verzieht sich in eine Ecke. Ich verabreiche ihr etwas Schmerzmittel und rufe in der Tierarztpraxis an. Da erreiche ich den ganzen Vormittag niemanden und komme eh erst frühestens am späten Nachmittag weg, wenn der Mann wieder mit dem Auto da ist.

Ich beobachte das Tierchen, dass sich einen Platz zum Schlafen im Garten gesucht hat.

Die Praxis meldet sich, um 18.15 Uhr können wir vorbei kommen. Zu der Zeit wirkt die Katze schon wieder relativ fit. Dennoch bin ich froh, dass der Tierarzt sie sich genau ansieht. Er entdeckt nur eine kleine Schramme an der Flanke, ich bekomme etwas Schmerzmittel mit und soll mich noch mal melden, sollte sich die Wunde entzünden oder das Tierchen auch nach einigen Tagen noch humpeln.

Zu Hause gehen der Mann und ich zu dem Nachbarn, von dem wir annehmen, er sei der Besitzer des Tieres. Die Info hatte uns dessen Nachbarin gegeben, die die Mutter des besten Kumpels von Kind1 ist (ihr blickt noch durch in dieser Soap?).

Das Gespräch ist ok, wir bitten ihn, den Kater kastrieren zu lassen, das ist hier im Kreis seit Januar ja auch Pflicht und neben weniger Kampflust könnte er auch weniger Katzen schwängern…seine Frau taucht auf und sagt, so weit würde ihr Kater ja gar nicht gehen, es gebe ja noch weitere Katzen, die so ähnlich aussehen. Hin – her – ja klar lässt der seinen Kater kastrieren, is ja kein Problem.

P.S.: Am nächsten Tag fahre ich mit dem Fahrrad zum Tante Emma laden und komme bei besagten Nachbarn vorbei. Die Nachbarin ist grade draußen – ihr Kater sitzt grad in der Einfahrt. Was soll ich sagen – es ist nicht das Tier, was unsere Katzen angreift, dieser Kater hier ist dunkler und runder und hat außerdem ein Halsband mit Plakette. Peinlich peinlich. Gut, die Suche nach dem Krawallkater geht weiter.

Mittwoch – alle außer Haus. Fast

Am Mittwoch sind laut Plan alle außer Haus. Das Schulkind hat Schule, das Vorschulkind zum ersten Mal seit März Kindergarten und ich einen Termin, der eigentlich kein Vergnügen ist, aber wenn man die letzten Tage von allen Seiten angemault wird, sich wie Me-Time anfühlt.

Wie sich rausstellt, sind wir mit dem Kindergartenkind einen Tag zu früh dran. Ja nun,  nachdem unser Wochenplan wochenlang leer war, muss man sich jetzt wieder neu sortieren.

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Wochenlang war er jetzt leer, der Wochenplan

Donnerstag

Der Mann fährt arbeiten und nimmt das Kindergartenkind mit zur Kita. Diesmal am richtigen Wochentag. Das Schulkind liegt im Vorgarten in der Sonne und ich arbeite ein wenig.

Um 12.30 hole ich das Kindergartenkind mit dem Roller ab. Während ich über den Zaun noch kurz mit der Erzieherin plaudere, lässt der Kleine den Roller los der schnurstracks in die Hintertür vom Auto der Kitaleitung knallt. Schramme. Bleibende Eindrücke können wir. Das regelt wohl hoffentlich die Haftpflicht.

Zu Hause mach ich ein schnelles Mittag aus Kartoffelpü, gebratenen Zwiebeln und Kohlrabiblättern (mein zweiter Verwertungsversuch nach dem Pesto) mit Veggiegyros.

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Kleine Gartenfreuden

Dann setz ich mich noch mal an den Schreibtisch (aka Esszimmer-, Mehrfachverwendungszwecktisch) während im Vorgarten die Kinder mit den Nachbarskindern toben. Etwas anstrengend, mit einem Ohr immer darauf zu achten, ob das jetzt vergnügliches Spielegeschrei oder schon Aua-Wehweh Geschrei ist.

Um 15.30 hat der Grundschüler ein Skype-Date mit einer “Nachhilfelehrerin” oder genauer: einer Person, die ihn beim Aufgaben machen begleitet. Wir Eltern sind dafür offenbar aus Kindessicht nicht geeignet, wir gelangen alle ganz schnell ans Ende unserer Geduldsfäden und wenn ich sage, dass 3×3=9 ist, glaubt mir der Grundschüler das noch lange nicht.

Darum haben wir um 17 Uhr auch einen Termin mit seinen Lehrerinnen. Zwei Stunden lang.

Thema Homeschooling/Wochenplan. Um das Fazit vorweg zu nehmen: Wir als Eltern laufen ihm nicht mehr hinterher, bieten ihm Hilfe an, er ist aber in der Verantwortung, mit den leeren Wochenplänen in die Schule zu gehen. Geht doch. Erstmal

Freitag.

Der Mann und das Vorschulkind machen sich um kurz nach acht auf den Weg. Der Grundschüler startet gemütlich in den Tag und ich versuche etwas Papierkram wegzuarbeiten. Gegen 13 Uhr holen wir K2 (das Vorschulkind) aus dem Kindergarten und gehen zum Tante Emma Laden hier im Dorf. Die Kinder haben sich nämlich einen Fernsehabend gewünscht, wie sie ihn bei der Sendung mit der Maus über Dänemark gesehen haben: Die Familie sitzt umzingelt von Süßigkeiten vor dem Fernseher…na gut, wenn es sie glücklich macht. Nur ein Teil der Süßigkeiten hält bis zum Abend.

Da das mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner für gemeinsames Fernsehen so ne Sache ist, suchen wir uns Pippi Langstrumpf in der ZDF Mediathek. Ich sag mal so: Ich dachte, wir hätten die N-Wort Geschichte in den Büchern durch und vielleicht war es naiv zu glauben, dass man den Begriff einfach mal übersynchronisieren kann. Kann man wohl nicht. ZDF, you have a job to do!

Abends sind wir dann noch – unter Beachtung aller möglichen Hygieneregeln – zu den Nachbarn zum Grillen. Die insgesamt vier Kinder spielen ganz harmonisch (meistens) und wir haben wieder andere Erwachsene zum Reden. Ich gehe vor 22 Uhr ins Bett, da sind Mann und Kinder noch wach…

Samstag

Die Kinder schlafen dankenswerterweise bis nach neun. Zum späten Frühstück gibt es Englisch Breakfast. Der Mann und das Kindergartenkind fahren zum Blumenladen um den Vorgarten noch etwas aufzuhübschen.

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veganer Rhabarberkuchen mit Streuseln

Ich bereite einen Rhabarberkuchen vor und schicke die Kinder Holunderblüten schneiden. Um Sirup vorzubereiten. Begeistert werkeln sie an den zwei Holundersträuchen in unserem Garten. Ich darf nur nicht hinsehen, wie sie mit den Gartenscheren hantieren.

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Der Mann und das große Kind müssen noch mal in die Stadt zum Optiker. Gefühlt muss etwa einmal im Monat an der Brille was repariert werden, was nicht an der Brille liegt, sondern an deren Umgang damit.

Kind2 hilft mir beim Ansetzen des Sirups. Holunderblüten, Zitronen, Zitronensäure und Wasser in einen großen Topf. Und jetzt das, was für Kind2 das unverständlichste ist: Einfach warten. 24 Stunden. Dann zuckern…

Zum Abendessen hat der Mann Chili vorbereitet, sowohl mit Carne als auch mit Soja.

Sonntag

Ich bin – wie üblich – als erste wach. Inzwischen finde ich das ganz ok. Ich hole mir Kaffee, füttere die Katzen (die anschließend zu mir ins Bett kommen und schlafen, weil sie die ganze Nacht draußen waren) und höre Podcasts oder Hörbücher.

Die Kinder dürfen ab neun Uhr fernsehen und nach einem späten Frühstück reissen sie mit dem Mann den alten Zaun im Vorgarten ab. Das Holz ist schon ganz morsch und das Restholz gibt vielleicht noch Anzündfutter für den Kamin.

Nachmittags verputzen wir die Reste vom Rhabarberkuchen.

Die Kinder müssen noch den Keller aufräumen (also ihre Spielsachen, die sie da großzügig ausgebreitet haben) und dürfen wieder fernsehen. Der Mann macht eine Radtour.

Schon wieder eine Woche vorbei. Aber die Tage werden wieder voller mit externen Terminen. Da war so ein Blick zurück auf diese ruhige Woche ein guter Moment zum Innehalten.

Und ich brauche wohl mal neue Aliasnamen für die Kinder. Erinnert sich noch wer an Minime & Cashew? Das geht ja gar nicht mehr. K1 und K2 sind auch so lala und Grundschüler/Vorschulkind/Kindergartenkind – ich weiß nicht.

Falls ihr bis hier mitgelesen habt und euch einigermaßen unterhalten fühltet freue ich mich über eure Likes hier oder auf dem SocialMedia Kanal eurer Wahl!

Auf eine schöne neue Woche!

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Vatertag, ganz unpolitisch

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Wie immer in den letzten Tagen stehe ich schon kurz nach sechs auf. Merkwürdig, dass diese Uhrzeit, die im normalen Alltag keine Begeisterung bei mir weckt, in diesem Ausnahmezustand genau meine Zeit zu sein scheint. Aber wie gesagt: Wenn man nicht direkt mit Hektik in den Tag startet, ist es was völlig anderes.

Ich hole mir einen Kaffee und gehe ins Wohnzimmer. Vor der Tür zum Garten wartet schon eins der beiden Katzis, die die sommerliche Nacht draußen verbracht haben, auf mich. Beziehungsweise auf das Katzenfutter. Kaum hat es sich satt gegessen, legt es sich zu mir auf die Couch.

Ich untersuche den Kater – er heißt Ohnezahn, auch wenn er sehr offensichtlich mindestens einen Zahn hat, weil er schwarz ist und grüne Augen hat, wie der Lieblingsdrache von Kind 2 – nach Zecken. Eigentlich finde ich immer eine, auch wenn wir alle drei bis vier Wochen ein Spot on gegen diese Mistviecher auftragen.

Ich höre ein paar alte Folgen des Madame Moneypenny Podcasts. Und auch, wenn ich bestimmt einiges daraus mitnehme bin ich manchmal – nett gesagt – irritiert. Da fragt zum Beispiel ihre Interviewpartnerin, was sie jungen Paaren rät, die grad ein Kind bekommen und bei denen die Frau Zuhause bleibt. Naja, was vom gemeinsamen Einkommen für die Altersvorsorge für die Frau anlegen. (Soweit, so gut).

Ja, aber, wendet die Interviewpartnerin ein, was ist, wenn kein Geld da ist?

Das, so Natascha (die Person hinter Madame Moneypenny) sei ja bloß eine Frage der Prioritäten. Dann fahre man nicht zweimal im Jahr nach Thailand für den Urlaub, sondern an die Ostsee (ein Beispiel, was übrigens in fast jeder Folge irgendwo dran kommt). Äh ja. Danke für nichts.

img_0721Eigentlich wären wir gestern nach Holland gefahren, auf den Campingplatz nach De Lakens (falls ihr auf instagram seid, könnt ihr euch den Platz in meinen Instahighlights ansehen). Da unser Wohnwagen keine Toilette hat und auf den meisten Campingplätzen die sanitären Anlagen noch geschlossen sind, bleiben wir weiterhin Zuhause. Außerdem stell ich mir das etwas trostlos vor, wenn die Kinder nicht so ungezwungen wie sonst einfach mit den anderen Kindern spielen können.

ABER die Rachel vom Blog mamadenkt, die tollerweise auch meine Kollegin ist, hat sich neulich ein Stück Holland nach Hause geholt, nämlich in Form einer Poffertjespfanne. Da hab ich nicht lange überlegt und mir auch eine bestellt. Wenn du nicht nach Holland kannst, hole ein Stück Holland zu dir…

ABER: das beigefügte Rezept war scheußlich, die Poffertjes schmeckten einfach nach Mehlschlotze und waren nur mit viel Puderzucker und Schokocreme genießbar.

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Nach dem Frühstück machte ich eine kleine Runde zu unserer Bienenwiese. Hier das erste Bild von vor zwei Wochen, das zweite Bild von heute Morgen:

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Nach dem Frühstück wollen Mann und Kinder zu einem Ausflug aufbrechen.

Ich weiss nicht, ob wir eine chaotische Familie sind, aber bis Mann & Kinder wirklich los konnten mussten wir 1 Std nach Fahrradhelm von K2 und Fahrradschloss für K1 & nach tragbaren Schuhen für beide suchen. K2 hat dann Schuhe von K1 genommen, einen Fahrradhelm ausm Keller der mindestens eine Nummer zu klein ist und da das Fahrradschloss von K1 verschwunden blieb haben sie meins mitgenommen.
Aber dann hatte ich Ruhe. Und genoss das Wetter und die Stille.

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Ich hab viel Zeit in das Thema Zero Waste, bzw Less Waste investiert. Und da hab ich definitiv noch Luft nach oben. Aber inzwischen wundere ich mich nicht über den Plastikmüll, sondern den Biomüll. Wir haben zwar jetzt einen Kompost im Garten, aber der kann nicht so viel Lebensmittel aufnehmen. Das ist nahezu lächerlich, ein Kompost besteht hauptsächlich aus Gartenabfällen. Naja, jedes Mal, wenn beim Gemüseschnibbeln Reste bleiben (oder überhaupt in der Küche), recherchiere ich, was man damit machen könnte. Heute: Kohlrabiblätter.

Ich hab es mit einem Pesto probiert. Kohlrabiblätter, geröstete Sonnenblumenkerne, etwas Öl und ein paar Blätter Basilikum. Ich habs noch nicht probiert 🙂

Am frühen Abend kommen Mann und Kinder nach Hause, wir essen Abend. Die Kinder gucken eine Folge logo, der Mann fährt zur Arbeit und ich schaue im ZDF „Astrid“, ein Film über Astrid Lindgren. Ich hab schon ihre Kriegstagebücher gelesen, sie hat für den schwedischen Nachrichtendienst im zweiten Weltkrieg aus dem Deutschen übersetzt.

Zwischendurch höre ich etwas runterfallen. „Ist da etwa noch ein Kind?“ ruf ich. „Nein!“ antwortet der Fünfjährige. Dann ist ja gut.

Einen schönen Abend euch.

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#CoronaElternrechnenab -Von der Beförderung zur Kündigung

Liebes Kultusministerium NRW,

am 16.03.2020, ein Montag, wachte ich morgens mit einem komischen Gefühl auf. Erst dachte ich, es läge daran, dass mein Sohn Geburtstag hat. Seinen neunten. Aber nein, Geburtstage kannte ich, dieses Gefühl hier war neu. Irgendwann dämmerte es mir:

ICH WURDE BEFÖRDERT!

Stimmt. Ab da war ich Lehrerin und Beamtin auf Zeit. So muss es sein, denn die Mail der Grundschullehrerin meines Sohnes beinhaltete einen ordentlichen Anhang mit vielen vielen Aufgaben, schön auf Papier, zum Ausdrucken.

Jeden Tag drei Stunden sollen sich die Kinder mit dem Material beschäftigen, bei Fragen stünde man zur Verfügung, tschüss, bleibt gesund!

Bäm, Homeschooling. Das hab ich mir, ehrlich gesagt, anders vorgestellt. Mit Unschooling und Freilernen habe ich mich mal beschäftigt. Als Plan B, weil ich Angst vor der Schulzeit meiner Kinder hatte. Das Unschooling und Freilernen sieht aber komplett anders aus. In etwa so, wie das, was meine Kinder in ihrer Freizeit tun. Irgendwelche Physikershows, Mausvideos und wasweißich auf youtube gucken und dann Experimente nachstellen. Was ist was über Fliegen oder Augen gucken und dann fängt ein Kind hier an, aus Klopapierrollen Fliegenaugen zu basteln.

Das Bearbeiten von Arbeitsblättern mit Plus und Minusaufgaben war da nicht so präsent. Aber gut. wo war ich?

Drei Stunden täglich also. Macht 15 Stunden die Woche. Was verdiene ich da so als Lehrerin? Laut Übersichtstabelle* macht das 1768 brutto pro Monat. Nicht schlecht. Dazu rechne ich 15 Stunden als Erzieherin, denn parallel zum Homeschooling des Grundschülers habe ich ein Vorschulkind. Das macht 1381 brutto pro Monat. Wir Erwachsenen teilen uns die Aufgaben und somit auch das Geld. Gemeinsame Kasse und so.

Homeschooling und Homekita-ing kosten:

Drucker, Tintenpatrone, erhöhter Stromverbrauch – ich hab heut nen Großzügigen und rechne das irgendwo bei der Steuererklärung mit ab.

Macht für aktuell zwei Monate: 6298,00 Euro Brutto

Ich weiß, andere kommen auf beeindruckendere Zahlen, aber ich wäre mit dieser Summe schon ganz zufrieden – für 15 Wochenstunden kann man nicht meckern.

Die Rechnung, liebes Kultusministerium, folgt.

Worum es eigentlich geht:

„Aber das ist doch keine Arbeit!“ – Schließlich sind es die eigenen Kinder und die liebt man doch und überhaupt. Das kann man ja gar nicht in Geld beziffern! Vermutlich denken sowas Leute, die ihre Lohnarbeit als sehr schrecklich erleben und das damit verbundene Gehalt als Schmerzensgeld betrachten. Vielleicht.

Und ganz ehrlich, ich würde das alles auch umsonst tun. Also genau genommen mache ich das auch, das mit der Beförderung war wohl nur ein Traum.

Ich würde es sogar gerne umsonst tun, wenn

  • sich der Wert eines Menschen nicht an seiner Lohnarbeit bemessen würde. Ist aber so und finanzielle Unterstützung – gleich ob Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Rente…you name it – bemisst sich immer am Gehalt. Das Gehalt gibt es nur für Lohnarbeit, nicht für Carearbeit. Finanzielle Absicherung wird mir nicht zuteil, weil ich mich um Kinder oder kranke Angehörige kümmer, sondern weil ich. mich um den Erfolg eines Unternehmens kümmere.
  • die Gesellschaft nicht dauernd betonen würde, dass sie Steuer- und Rentenzahler’innen braucht. Nun, zwei davon liefer ich. Aber bis die wirklcih mal zu Steuer- oder Rentenzahlern werden werde ich mit ihrer Versorgung allein gelassen.
  • der Staat mir nicht eine Schulpflicht aufgebrummt hätte, sich aber nicht darum kümmert, wie das von ihm bestellte Personal auch in dieser Zeit sinnvoll mit den Schüler_innen umgehen kann. Was hier grade passiert, hat mit Schule nichts zu tun.
  • diese Gesellschaft Familie und Kinder genau so wertschätzen würde wie Fußball, Spargel und Autos
  • man nicht der Lufthansa ein Rettungspaket schicken würde, sondern Arbeitgeber auffordern würde, allen Sorge-arbeitenden in ihrer Firma 10 Wochenstunden zu erlassen, und den finanziellen Ausgleich dafür zu übernimmt.
  • es ein Gesundheitssystem gäbe, das nicht wirtschaftlich, sondern sinnvoll funktionieren müsste.

Den Wert von Carearbeit in Euro zu beziffern ist nur ein Teil dessen, was nötig ist um die Bedürfnisse und die Arbeit von Carearbeitenden sichtbar zu machen. Um die Brücke zur Wirtschaft zu schlagen. Was fehlt, sind die Kosten die entstehen, wenn immer mehr Carearbeitende, meistens Mütter, der Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen, weil sie aufgrund dieser Arbeit ihre Lohnarbeit kündigen müssen. Weil sie ohne Kinderbetreuung dieser nicht mehr nachgehen können.

Was sich nicht niederschlägt ist die Erschöpfung, die viele schon jetzt spüren. Die nicht wieder aufgefangen wird. Und die sich auch nicht mit einer Mutter-Kind-Kur „behandeln“ lässt.

Was sich nicht niederschlägt, ist ein Familienbild, dass Ein-Eltern-Familien immer und immer wieder übersieht.

Aber das können andere Aktionen übernehmen. Corona ist noch nicht vorbei. Coronaeltern arbeiten, auch nachdem andere schon lange Feierabend haben.

Ein Familienministerium und ein Gesundheitsministerium, die am Muttertag mit einem billigen Social Media Post genau am Thema vorbei liegen, sind ein Armutszeugnis – für diese Gesellschaft.

P.S.: Liebes Kultusministerium, vielen Dank für die Beförderung, aber ich lehne ab!

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Auf diese Aktion aufmerksam gemacht hat mich Sonja von mama-notes, nachdem ich am Muttertag auf instagram meine Genervtheit kund getan habe. Zusammen mit Rona und Karin hat sie diese Aktion ins Leben gerufen. Unter #Coronaelternrechnenab findet ihr mehr auf twitter, facebook und instagram.

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Kein Corona Tagebuch

2019 hab ich gedacht: Ach, das sind die guten Jahre, so kann es bleiben. In meinem Entwurfsordner aus dem Jahr steht noch ein Post „Ode an mein langweiliges Leben“. Also, langweilig im besten Sinne. Mal keine Achterbahn, statt dessen ein bisschen Flow. Leben in der Komfortzone. Weil es ein Luxus ist, eine zu haben, in der man bleiben kann. Komfortzone verlassen – diesen Aufruf fand ich schon immer anmaßend. Verlassen kann man sie ja erst, wenn man einen hat. Und wo ich grad eine gefunden habe, würde ich da gern ein bisschen bleiben wollen.

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Ein Highlight kurz vor Corona: Wir fällen einen Baum

2020 dachte sich dann: HAHA. Im Januar begann mein persönlicher Ausnahmezustand. Im März kam Corona dazu. Seitdem hat sich bei allen viel geändert.

Bis zu Beginn dieser Woche waren wir alle vier jeden Tag von morgens bis abends zusammen. Uffz. Hätte man mir das vorher angedro…angekündigt, ich hätte gesagt, dass überstehen wir nicht.

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Irgendwo liegt immer eine unserer drei Katzen. Das ist schön und beruhigend

Wir haben es aber bisher ganz gut überstanden. Bisher. Und fest gestellt, wie gut es uns geht. Ein Haus mit Garten ist in dieser Situation die halbe Miete*. Und dann dieses Glück mit dem Wetter, auch wenn das Glück, klimawandeltechnisch, ja eher nicht so schön ist.

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Das Kind klagt über zu wenig ! Fernsehzeit und will sich neue Eltern suchen. Wir Bratkartoffeln leiden.

Ein Rhythmus hat sich eingependelt, fast jeder Tag sieht gleich aus. Ich werde als Erste wach, meist vor oder gegen sechs Uhr früh. Mit meiner Decke und einem Kaffee ziehe ich auf die Couch, die den Blick in den Garten bietet. Ich höre Podcasts, meistens was mit Finanzen oder Gesellschaftsthemen. Ein, zwei Stunden später kommt Kind2, kuschelt sich zu mir unter die Decke und wir plaudern ein bisschen.

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Während „Homeschooling“ bei Kind1 scheitert, hat sich Kind2 als Freilerner qualifiziert. Er bastelt sich Fliegenaugen aus Klopapierrollen

Am Wochenende backen wir beide dann morgens schon Kekse. Das ganze Haus riecht nach Lecker. Irgendwann lässt sich Kind1 blicken, beide setzten sich mit lustigen Taschenbüchern auf die Couch oder verschwinden noch mal auf ihre Zimmer um Lego zu spielen. Ehrlich gesagt: Oft wird schon gestritten, manchmal ist es aber auch schön.

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Nicht, dass der Rasensprenger einen nass macht.

Homeschooling ist bei uns das größte Streitthema. Ich hab mir vorgenommen, am Wochenende alle Lokal- und Bundespolitiker*innen anzuschreiben, die ich recherchieren kann. Ich werde nämlich streiken, so lange es für den Grundschüler kein durchdachtes „Fernlern“konzept gibt. Meine Meinung: Es ist verdammt nicht unsere Aufgabe, hier Unterricht zu machen. Zumal sich hier jemand nicht unterrichten lassen will und ich in dieser Zeit, wo wir nun einfach mal 24/7 aufeinander hocken, nicht den Familienfrieden wegen sowas aufgeben will.

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Wenn ich alt bin, will ich auch so renitent sein

Ich versuche es mit stundenweise Homeoffice, während die Kinder vorm Fernseher sitzen. So sieht es aus. Der Mann ist wieder an einigen Tagen außer Haus tätig. Am Nachmittag schick ich die Kinder raus. Ihre Energie entladen sie auf dem Trampolin oder beim Wasserplanschen. An anderen Tagen macht der Mann mit ihnen eine Fahrradtour.

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Ein Gepard

Neulich habe ich mit Erstaunen fest gestellt, dass hier keine Kleinkinder mehr wohnen. Mit neun und fast sechs Jahren sind es richtig große Kinder. Beide „feiern“ ihre aktuellen Geburtstage in dieser seltsamen Zeit. Dass sie „groß“ sind hat mich auch das Abendritual ändern lassen. Weil abends einfach der Akku bei uns Erwachsenen sowas von leer ist, schicken wir sie nach dem Abendessen auf ihre Zimmer, wo sie noch spielen können, wo wir ihnen Gute Nacht sagen, aber kein „Programm“ mehr bieten. Keine Gute Nacht Geschichte, Hörspiel müssen sie sich selber anmachen, ihre Schlafenszeit bestimmen sie selbst. Was aus purer Notwendigkeit (für die Seelenhygiene der Erwachsenen) eingeführt wurde, klappt erstaunlich gut. Toll, so große Kinder…

Ich wünsche euch Geduld und Kraft in dieser seltsamen Zeit. Ich hoffe, es geht euch gut?

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Zur Einweihungsparty letztes Jahr gab es ein Apfelbäumchen. So viel Schönheit und Hoffnung in einer so kleinen Pflanze.

* Ich werfe 1 Euro in die Schlechte-Wortwitze-Kasse

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Spätsommer

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Das große Kind hat sich eine HalloweenParty gewünscht. Für die Deko brauchen wir natürlich Fledermäuse. So bekommt man auch den ein oder anderen verregneten Nachmittag herum.

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Was für mich Luxus ist? Nicht täglich im Verkehr stecken zu müssen, auf der Autobahn, im Stau. Oder wie eine Ölsardine eingequetscht in der Bahn. Hab ich alles hinter mir, brauch und will ich nie mehr.

Freiwillig dagegen fahre ich mal mit dem Fahrrad in die große Stadt um mit Kolleginnen zu arbeiten. Nur Homeoffice ist auch langweilig.

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Eines der Kinder möchte Forscher und Erfinder werden. Also experimentieren wir viel. Hier entstanden Salz…kristalle. Einfach Salz in ein Glas mit Wasser geben, einen Stift quer drüber legen und einen Faden dran binden, der ins Glas taucht. Allerdings fand es das Salz hier besser, am Stift und nicht am Faden hängen zu bleiben.

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Nach dem Umzug wurde ich Mitglied im lokalen Surfverein. Einmal pro Saison muss man vor Ort Ordnungsdienst am Clubheim leisten. Weil ich spät dran war blieb mir nur ein Termin Mitte Oktober. Aber weil die Sonne noch mal alles gab war es fast wie Urlaub:

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Life is eben better am Beach

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Fast hätte ich noch einen Sonnenbrand bekommen

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Das blaue Band da quer durchs Bild ist eine Slackline. Die hab ich zum Geburtstag im Frühjahr bekommen und seit einigen Wochen hängt sie dann auch mal im Garten. Inzwischen kann ich ein paar Sekunden darauf stehen. Yeah.

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Warum könnt ihr auf meinem Instaaccount nachlesen. Und erzählt gern mal, ob ihr einen Ehevertrag oder andere Vereinbarungen habt, um Lohn- und Carearbeit auszugleichen.

 

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Herbst

Der Herbst…in einigen Jahren haben die kürzer werdenden Tage und das schwere grau der Wolken mir wochenlange Melancholie bescherrt. Vor allem das im Dunklen aus dem Haus gehen und zur Arbeit fahren und im Dunkeln wieder zurück…glücklicherweise darf ich im Homeoffice arbeiten und seitdem haben Herbst und Winter seine Bedrohlichkeit verloren.

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Ich arbeite seit zwei Jahren für Wildling Shoes und darf an diesem Herbsttag mit zu einem Interview – wir spazieren durch den Wald und das Licht ist einfach unglaublich.

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Bunte Decken helfen auch gegen herbstgrau. Der Blick in den Garten fordert mich zwar ständig dazu auf, endlich dort alles winterfest zu machen, aber an das Thema Garten pirsche ich mich grad erst langsam an.

 

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Drei Katzen sind es inzwischen. Sie sind stets bemüht, mir beim Arbeiten und bei allen anderen Dingen zu „helfen“. Im Prinzip sind sie wie pflegeleichte Kleinkinder – sie brauchen nicht die körperliche Betreuung, aber ganz viel Zuwendung. Und das Licht auf meinem Bulletjournal ist einfach zu schön.

 

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Nachdem der September fleischfrei lief wollte ich im Oktober mit dem Projekt plastikfrei starten. Hier ist die Unterstützung zu Hause etwas geringer…Nun ja, der Allzweckreiniger ist alle und ich mach aus diversen Mitteln, die ich noch da habe, einen selber.

 

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Kommt Kinder, lasst uns spazieren gehen! Kastanien und Blätter sammeln, Bäume bestimmen, Vogelstimmen lauschen…“Mama, wann sind wir da?“ „Mama, ich will nach Hause!“ „Mama, hast du was zu essen dabei, ich hab Hunger?“ „Mama, was ist das für ein Baum? Aua!!!“ – „Das ist eine Brennessel, mein Schatz“. Ich sag mal so: So lange nicht Indiana Jones auftaucht und uns durch den Dschungel Wald führt, lasse ich das mit den Spaziergängen. Zuhause recherchiere ich Umwelt- oder Naturpädagogikgruppen in der Gegend, finde aber nichts. BUND und Nabu haben so unübersichtliche Websites, dass ich nach einer halben Stunde aufgebe zu suchen.

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Ich muss immer über die Instagramästhetik der #Zerowaste-Influencer schmunzeln. Alles so in schönen Glas- oder Edelstahldosen oder in naturfarbenen Beuteln. Ich sammel dagegen alle Tupper- und Noname-plastedosen zusammen für meinen Einkauf im Unverpacktladen. Glas und Edelstahl ist mir viel zu schwer.

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Handschmeichler gefunden. In jeder Jacken- und Hosentasche landen sie und ich freue mich jedesmal, wenn meine Hand eine Kastanie umschließt.

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Mal wieder was anderes lesen als Sachbücher. Das ist der Plan. Die Ausbeute aus der kleinen Stadtteilbibliothek – natürlich alles Autorinnen.

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Ein Wochenende verbringe ich bei einem Holzkurs im Handwerkerinnenhaus Köln. Ich wollte so gerne mal was „praktisches“ lernen. Aber erstmal heisst es: Rechnen. Kein Bausatz wird vorgegeben, alles Maßanfertigung

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Nach anderthalb Tagen ist das Gewürzregal fertig und echt keine Raketenwissenschaft. Es war schön, in dieser Runde zu sehen, wie nach und nach das Zutrauen bei allen Teilnehmenden wuchs. Am Anfang traute sich keine_r so richtig an die schweren Geräte ran, aber nach kurzer Einweisung und gegenseitigem Zuspruch flogen irgendwann die Holzspäne, der Tischbohrer und die Stichsäge machten den Soundtrack und am Ende hatte wirklich jede ein tolles Objekt mit nach Hause genommen. Im November mache ich noch einen Kurs und am Ende soll ein „richtiges“ Möbelstück stehen.

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Plastikfrei bringt einige Herausforderungen. Meine Sojamlich kommt im Tetrapack daher, daher versuch ich mich an Alternativen. Sojamlich selber machen habe ich einige Male probiert und war mit dem Verhältnis – Aufwand/Ergebnis nicht zufrieden. Ich versuche mal Hafermilch, mit Haferflocken und Wasser. Der erste Versuch misslingt, versucht nicht, das Gemisch zu kochen! Dann hat man Haferschleim und es bleibt keine Flüssigkeit mehr übrig für den Kaffee…

Falls ihr Lust habt, meinen Gedanken zu gleichberechtigter Elternschaft zu folgen kommt gern auf Instagram zu mir – klick hier

Alltägliches findet ihr weiterhin auf Instagram unter glcklchschtrn

Habt eine schöne Woche!

 

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Vegetarischer September

Danke für eure lieben Rückmeldungen zum letzten Post! Viele kamen auf facebook (jeder Blogbeitrag hier wird automatisch mit meiner facebook-Seite geteilt, das hatte ich mal so eingestellt und vergessen). Facebook, ich dachte, da ist keine_r mehr. Vielleicht war das mein Fehler. Ich scrolle eher durch instagram und versuche da irgendwie mitzuhalten. Dabei sind schöne Fotos gar nicht meine Stärke, aber ich mag halt Herausforderungen. Also gut, ich werde in Zukunft wieder öfter an meine Lieben auf facebook denken und mich dort melden.

Das Bloggen war für mich, besonders anfangs, ein Ventil für all das, was mich aufregt. Als Feministin schwanger – da gibt es so einiges zum Aufregen. Andere bloggen nicht über Dinge, die sie ärgern und jammern nicht, aus Angst, dass es dann noch schlimmer kommt. Bei mir ist es umgekehrt: Ich trau mich nicht zu schreiben, wenn alles rund läuft, aus Angst, dass es dann schlimmer kommt. Ein bisschen absurd, aber so lebt jede_r seinen Aberglauben anders.

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Nach dem Umzug in die Vorstadt bin ich dem lokalen Surfverein beigetreten. Zweimal im Jahr fahren wir ans Velouwemeer, grillen abends und surfen, wenn es der Wind erlaubt.

Ich lehne mich wohl nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass Jede_r, di_er was ins Internet schreibt, malt, filmt…sich irgendwie darüber freut, auch wahr genommen zu werden. Sonst könnten wir ja auch klassisch Tagebuch schreiben. Oder so. Aber: ich schreibe, ihr lest. Ihr wisst ein bisschen von mir, ich fast nichts von euch. Dabei bin ich so neugierig! Also, ich freue mich wirklich, von euch zu lesen.

Hinzu kommt, dass es zu den Urzeiten des Bloggens so war: Jemand (also ich zum Beispiel) hat gebloggt und andere haben kommentiert. Irgendwann haben die anderen dann, statt zu kommentieren, selber gebloggt. Vielleicht dann auf meinen Artikel verlinkt. Und dann…ja, dann hat jede_ r seine Blogparade und seine Linktoolparaden gemacht. Gut für SEO und die eigene Bekanntheit. Ach, ich will auch nicht nörgeln. Et is, wie et iss.

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Herbstdeko ausdrucken und ausmalen. Gesehen bei Bine Brändle

Ich versuche, mein Schreiben neu auszurichten, denn da sind viele Texte eigentlich schon fertig in meinem Kopf. Aber es ist ein Stilbruch. Andererseits: Dies ist mein Blog und ich kann ja schreiben, was und worüber ich will. Am liebsten, in Zukunft, über mein dilettantisch-kreatives Scannerleben. Mit Familie. Und dem Vorhaben, mehr über gleichberechtigte Elternschaft zu schreiben und zu reden, ohne Paaren, die das nicht so schaffen wie gewünscht vor den Kopf zu knallen, das sei alles nur eine Frage des Wollens. Hey, look at me!

Hier gibt es also in Zukunft vermutlich wieder viel Text. Keine aufgehellten Fotos, keine Flatlays (ich meine nicht den Typen von Lord of the Dance) und auch keine “10 Dinge, die du immer schon über Dings wissen wolltest”. Das sind nämlich eigentlich immer die Dinge, die alle schon wissen.

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Beinahe hätte ich meine Steuererklärung für 2018 gemacht.

Also kleiner Monatsrückblick

Wir hatten im September einen vegetarischen Monat! Also ich, ich ernähre mich ja schon seit 2007 vegetarisch, inzwischen fast schon vegan. Aber der Mann…nun ja, der ist nun mal fast genau so lange mit mir zusammen wie ich Vegetarierin bin, also hat er hautnah erfahren, dass man nicht vom Fleisch fällt (sorry, Karlauer, aber der musste sein), wenn man Tiere vom Speiseplan streicht. Und das Fleisch groß und stark macht, glaubt heute ja eh keiner mehr. Immer mal wieder fiel also ein “Also Vegetarier werden – das könnte ich mir schon vorstellen” aus dem Mund des Mannes. Find ich ja viel romantischer als jeden Liebesbrief, aber nicht, wenn nicht mal Nägel mit Köpfen gemacht werden. Also sagte ich Ende August: So, Grillzeit fast vorbei, im September könntest du mal auf Fleisch verzichten.

Praktischerweise entdeckten wir kurz zuvor noch ein paar vegane Burger und Würstchen, die auch ihm schmeckten und ich habe echt einiges getan, um diese aufzutreiben.

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„Entschuldigung, meine Katze hat meine Unterlagen aufgefressen!“ „Ja, sicher!“

Ich würde ja nach diesem Monat faszinierende Erkenntnisse teilen wollen, aber: der Mann ist noch der gleiche wie vorher. Wir haben gut gegessen und das fast genau so wie vorher (Fleisch gab es ja eh nur, wenn der Mann gekocht hat, meistens war es dann ein “Add on”). Zweimal hat der Mann dann doch mal zum Fleisch gegriffen. Er wird wohl dauerhaft – leider – kein Veggie, aber isst kein Billigfleisch mehr.

Die Kinder haben viel Zeit mit Feuermachen im Garten verbracht, ich mit Efeu- und Heckeschneiden und überhaupt: wenn man Hausmitgarten hat, braucht man eigentlich keine Hobbys mehr.

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Efeu ist echt schön. Vögel brüten darin, Insekten lieben es. Ich ja auch, aber nicht, wenn es an Nachbars Garage hochwächst (und auf unserem Grundstück seine Wurzeln hat)

Der nächste Monat steht im Zeichen von: plastikfrei einkaufen. Und eine Halloweenparty planen. Was macht ihr?

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Was ist neu…kleines Update

Je lauter das Leben, desto stiller werde ich. Hier zumindest. Ich versuche dagegen zu steuern aber habe irgendwo das Ruder verloren. Ist aber gar nicht schlimm, denn das Leben fließt so vor sich hin, die Aussicht ist schön und mir fehlt es eigentlich an gar nichts.

Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt noch in dieses Internet schreiben soll und will, weil die Resonanz einfach komplett ausbleibt. Das ist ok, ist auch eine Aussage und wenn ich eines weiß, dann, das man Dinge immer für sich tun soll. Nicht für den Applaus, nicht für Andere oder für Anerkennung. Ein bisschen wie am Anfang, als ich mich fast erschreckte, wenn jemand kommentierte und ich wusste: Oh, da ist wirklich jemand, der das liest.

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Die neue Küche ist wunderschön, räumt sich dummerweise aber auch nicht von alleine auf

Was ist es also, worüber ich noch schreiben kann, schreiben will, für mich und die paar wenigen, die hier lesen?

Kleines RealLifeUpdate für die, die mir bis hier treu geblieben sind: Umzug in die Vorstadt, nein ins Dorf, vor einem halben Jahr. Einfamilienhaus am Ende einer Straße, dahinter Sportplatz und Wald. Eine Kirche, ein Bäcker, ein Kindergarten und eine Schule. Ach, ein kleiner Supermarkt hat vor einer Weile auch – wieder – aufgemacht. Dann kommt lange nichts, ein See, eine Autobahn. Ein ganz anderes Leben als in der Großstadt aber doch so, als hätten wir nie anders gelebt.

Ich muss zwar lernen, wie man Unkraut aus der Einfahrt entfernt und was man mit einem Garten anfängt, aber glücklicherweise muss ich das nicht alles morgen können.

Zwei Katzen sind hier eingezogen, zusätzlich zu unserer alten Hauskatze, die not very amused ist. Die Kinder haben schnell Anschluss gefunden, in Schule und Kindergarten neue Freunde gefunden und es ist alles in allem ein bisschen wie in meiner Kindheit: Die Kinder klingeln beieinander, besuchen sich zum Spielen, fahren mit dem Rad durch die Gegend oder rennen durch die Gärten.

Ich könnte es grade nicht besser haben. Dass die Geschehnisse in dieser Welt ein Kontrastprogramm fahren könnte mir scheinbar egal sein, ist es aber nicht.

Und darüber hinaus? Ich verfolge weiterhin Themen, aber irgendwie sind alle davon in diesem Internet so stark vertreten, dass ich nicht weiß, wo ich euch mit Mehrwert dienen kann: Feminismus, Geld, Gleichberechtigte Elternschaft, Mental Load, Minimalismus, Nachhaltigkeit, Scanner, Kreatives Leben, Gutes Leben, Gesundheit…interessiert euch bei irgendwas davon meine 2cents? Sonst lass ich das weiterhin in meine Alltagsposts fließen.

Danke, dass ihr noch da seid und vielleicht winkt ihr mir kurz – virtuell – nach so langer Zeit hier mal wieder. Damit ich sehe, dass ihr wirklich noch da seid 😉

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