Archiv der Kategorie: familie

Vatertag, ganz unpolitisch

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Wie immer in den letzten Tagen stehe ich schon kurz nach sechs auf. Merkwürdig, dass diese Uhrzeit, die im normalen Alltag keine Begeisterung bei mir weckt, in diesem Ausnahmezustand genau meine Zeit zu sein scheint. Aber wie gesagt: Wenn man nicht direkt mit Hektik in den Tag startet, ist es was völlig anderes.

Ich hole mir einen Kaffee und gehe ins Wohnzimmer. Vor der Tür zum Garten wartet schon eins der beiden Katzis, die die sommerliche Nacht draußen verbracht haben, auf mich. Beziehungsweise auf das Katzenfutter. Kaum hat es sich satt gegessen, legt es sich zu mir auf die Couch.

Ich untersuche den Kater – er heißt Ohnezahn, auch wenn er sehr offensichtlich mindestens einen Zahn hat, weil er schwarz ist und grüne Augen hat, wie der Lieblingsdrache von Kind 2 – nach Zecken. Eigentlich finde ich immer eine, auch wenn wir alle drei bis vier Wochen ein Spot on gegen diese Mistviecher auftragen.

Ich höre ein paar alte Folgen des Madame Moneypenny Podcasts. Und auch, wenn ich bestimmt einiges daraus mitnehme bin ich manchmal – nett gesagt – irritiert. Da fragt zum Beispiel ihre Interviewpartnerin, was sie jungen Paaren rät, die grad ein Kind bekommen und bei denen die Frau Zuhause bleibt. Naja, was vom gemeinsamen Einkommen für die Altersvorsorge für die Frau anlegen. (Soweit, so gut).

Ja, aber, wendet die Interviewpartnerin ein, was ist, wenn kein Geld da ist?

Das, so Natascha (die Person hinter Madame Moneypenny) sei ja bloß eine Frage der Prioritäten. Dann fahre man nicht zweimal im Jahr nach Thailand für den Urlaub, sondern an die Ostsee (ein Beispiel, was übrigens in fast jeder Folge irgendwo dran kommt). Äh ja. Danke für nichts.

img_0721Eigentlich wären wir gestern nach Holland gefahren, auf den Campingplatz nach De Lakens (falls ihr auf instagram seid, könnt ihr euch den Platz in meinen Instahighlights ansehen). Da unser Wohnwagen keine Toilette hat und auf den meisten Campingplätzen die sanitären Anlagen noch geschlossen sind, bleiben wir weiterhin Zuhause. Außerdem stell ich mir das etwas trostlos vor, wenn die Kinder nicht so ungezwungen wie sonst einfach mit den anderen Kindern spielen können.

ABER die Rachel vom Blog mamadenkt, die tollerweise auch meine Kollegin ist, hat sich neulich ein Stück Holland nach Hause geholt, nämlich in Form einer Poffertjespfanne. Da hab ich nicht lange überlegt und mir auch eine bestellt. Wenn du nicht nach Holland kannst, hole ein Stück Holland zu dir…

ABER: das beigefügte Rezept war scheußlich, die Poffertjes schmeckten einfach nach Mehlschlotze und waren nur mit viel Puderzucker und Schokocreme genießbar.

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Nach dem Frühstück machte ich eine kleine Runde zu unserer Bienenwiese. Hier das erste Bild von vor zwei Wochen, das zweite Bild von heute Morgen:

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Nach dem Frühstück wollen Mann und Kinder zu einem Ausflug aufbrechen.

Ich weiss nicht, ob wir eine chaotische Familie sind, aber bis Mann & Kinder wirklich los konnten mussten wir 1 Std nach Fahrradhelm von K2 und Fahrradschloss für K1 & nach tragbaren Schuhen für beide suchen. K2 hat dann Schuhe von K1 genommen, einen Fahrradhelm ausm Keller der mindestens eine Nummer zu klein ist und da das Fahrradschloss von K1 verschwunden blieb haben sie meins mitgenommen.
Aber dann hatte ich Ruhe. Und genoss das Wetter und die Stille.

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Ich hab viel Zeit in das Thema Zero Waste, bzw Less Waste investiert. Und da hab ich definitiv noch Luft nach oben. Aber inzwischen wundere ich mich nicht über den Plastikmüll, sondern den Biomüll. Wir haben zwar jetzt einen Kompost im Garten, aber der kann nicht so viel Lebensmittel aufnehmen. Das ist nahezu lächerlich, ein Kompost besteht hauptsächlich aus Gartenabfällen. Naja, jedes Mal, wenn beim Gemüseschnibbeln Reste bleiben (oder überhaupt in der Küche), recherchiere ich, was man damit machen könnte. Heute: Kohlrabiblätter.

Ich hab es mit einem Pesto probiert. Kohlrabiblätter, geröstete Sonnenblumenkerne, etwas Öl und ein paar Blätter Basilikum. Ich habs noch nicht probiert 🙂

Am frühen Abend kommen Mann und Kinder nach Hause, wir essen Abend. Die Kinder gucken eine Folge logo, der Mann fährt zur Arbeit und ich schaue im ZDF „Astrid“, ein Film über Astrid Lindgren. Ich hab schon ihre Kriegstagebücher gelesen, sie hat für den schwedischen Nachrichtendienst im zweiten Weltkrieg aus dem Deutschen übersetzt.

Zwischendurch höre ich etwas runterfallen. „Ist da etwa noch ein Kind?“ ruf ich. „Nein!“ antwortet der Fünfjährige. Dann ist ja gut.

Einen schönen Abend euch.

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#CoronaElternrechnenab -Von der Beförderung zur Kündigung

Liebes Kultusministerium NRW,

am 16.03.2020, ein Montag, wachte ich morgens mit einem komischen Gefühl auf. Erst dachte ich, es läge daran, dass mein Sohn Geburtstag hat. Seinen neunten. Aber nein, Geburtstage kannte ich, dieses Gefühl hier war neu. Irgendwann dämmerte es mir:

ICH WURDE BEFÖRDERT!

Stimmt. Ab da war ich Lehrerin und Beamtin auf Zeit. So muss es sein, denn die Mail der Grundschullehrerin meines Sohnes beinhaltete einen ordentlichen Anhang mit vielen vielen Aufgaben, schön auf Papier, zum Ausdrucken.

Jeden Tag drei Stunden sollen sich die Kinder mit dem Material beschäftigen, bei Fragen stünde man zur Verfügung, tschüss, bleibt gesund!

Bäm, Homeschooling. Das hab ich mir, ehrlich gesagt, anders vorgestellt. Mit Unschooling und Freilernen habe ich mich mal beschäftigt. Als Plan B, weil ich Angst vor der Schulzeit meiner Kinder hatte. Das Unschooling und Freilernen sieht aber komplett anders aus. In etwa so, wie das, was meine Kinder in ihrer Freizeit tun. Irgendwelche Physikershows, Mausvideos und wasweißich auf youtube gucken und dann Experimente nachstellen. Was ist was über Fliegen oder Augen gucken und dann fängt ein Kind hier an, aus Klopapierrollen Fliegenaugen zu basteln.

Das Bearbeiten von Arbeitsblättern mit Plus und Minusaufgaben war da nicht so präsent. Aber gut. wo war ich?

Drei Stunden täglich also. Macht 15 Stunden die Woche. Was verdiene ich da so als Lehrerin? Laut Übersichtstabelle* macht das 1768 brutto pro Monat. Nicht schlecht. Dazu rechne ich 15 Stunden als Erzieherin, denn parallel zum Homeschooling des Grundschülers habe ich ein Vorschulkind. Das macht 1381 brutto pro Monat. Wir Erwachsenen teilen uns die Aufgaben und somit auch das Geld. Gemeinsame Kasse und so.

Homeschooling und Homekita-ing kosten:

Drucker, Tintenpatrone, erhöhter Stromverbrauch – ich hab heut nen Großzügigen und rechne das irgendwo bei der Steuererklärung mit ab.

Macht für aktuell zwei Monate: 6298,00 Euro Brutto

Ich weiß, andere kommen auf beeindruckendere Zahlen, aber ich wäre mit dieser Summe schon ganz zufrieden – für 15 Wochenstunden kann man nicht meckern.

Die Rechnung, liebes Kultusministerium, folgt.

Worum es eigentlich geht:

„Aber das ist doch keine Arbeit!“ – Schließlich sind es die eigenen Kinder und die liebt man doch und überhaupt. Das kann man ja gar nicht in Geld beziffern! Vermutlich denken sowas Leute, die ihre Lohnarbeit als sehr schrecklich erleben und das damit verbundene Gehalt als Schmerzensgeld betrachten. Vielleicht.

Und ganz ehrlich, ich würde das alles auch umsonst tun. Also genau genommen mache ich das auch, das mit der Beförderung war wohl nur ein Traum.

Ich würde es sogar gerne umsonst tun, wenn

  • sich der Wert eines Menschen nicht an seiner Lohnarbeit bemessen würde. Ist aber so und finanzielle Unterstützung – gleich ob Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Rente…you name it – bemisst sich immer am Gehalt. Das Gehalt gibt es nur für Lohnarbeit, nicht für Carearbeit. Finanzielle Absicherung wird mir nicht zuteil, weil ich mich um Kinder oder kranke Angehörige kümmer, sondern weil ich. mich um den Erfolg eines Unternehmens kümmere.
  • die Gesellschaft nicht dauernd betonen würde, dass sie Steuer- und Rentenzahler’innen braucht. Nun, zwei davon liefer ich. Aber bis die wirklcih mal zu Steuer- oder Rentenzahlern werden werde ich mit ihrer Versorgung allein gelassen.
  • der Staat mir nicht eine Schulpflicht aufgebrummt hätte, sich aber nicht darum kümmert, wie das von ihm bestellte Personal auch in dieser Zeit sinnvoll mit den Schüler_innen umgehen kann. Was hier grade passiert, hat mit Schule nichts zu tun.
  • diese Gesellschaft Familie und Kinder genau so wertschätzen würde wie Fußball, Spargel und Autos
  • man nicht der Lufthansa ein Rettungspaket schicken würde, sondern Arbeitgeber auffordern würde, allen Sorge-arbeitenden in ihrer Firma 10 Wochenstunden zu erlassen, und den finanziellen Ausgleich dafür zu übernimmt.
  • es ein Gesundheitssystem gäbe, das nicht wirtschaftlich, sondern sinnvoll funktionieren müsste.

Den Wert von Carearbeit in Euro zu beziffern ist nur ein Teil dessen, was nötig ist um die Bedürfnisse und die Arbeit von Carearbeitenden sichtbar zu machen. Um die Brücke zur Wirtschaft zu schlagen. Was fehlt, sind die Kosten die entstehen, wenn immer mehr Carearbeitende, meistens Mütter, der Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen, weil sie aufgrund dieser Arbeit ihre Lohnarbeit kündigen müssen. Weil sie ohne Kinderbetreuung dieser nicht mehr nachgehen können.

Was sich nicht niederschlägt ist die Erschöpfung, die viele schon jetzt spüren. Die nicht wieder aufgefangen wird. Und die sich auch nicht mit einer Mutter-Kind-Kur „behandeln“ lässt.

Was sich nicht niederschlägt, ist ein Familienbild, dass Ein-Eltern-Familien immer und immer wieder übersieht.

Aber das können andere Aktionen übernehmen. Corona ist noch nicht vorbei. Coronaeltern arbeiten, auch nachdem andere schon lange Feierabend haben.

Ein Familienministerium und ein Gesundheitsministerium, die am Muttertag mit einem billigen Social Media Post genau am Thema vorbei liegen, sind ein Armutszeugnis – für diese Gesellschaft.

P.S.: Liebes Kultusministerium, vielen Dank für die Beförderung, aber ich lehne ab!

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Auf diese Aktion aufmerksam gemacht hat mich Sonja von mama-notes, nachdem ich am Muttertag auf instagram meine Genervtheit kund getan habe. Zusammen mit Rona und Karin hat sie diese Aktion ins Leben gerufen. Unter #Coronaelternrechnenab findet ihr mehr auf twitter, facebook und instagram.

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Kein Corona Tagebuch

2019 hab ich gedacht: Ach, das sind die guten Jahre, so kann es bleiben. In meinem Entwurfsordner aus dem Jahr steht noch ein Post „Ode an mein langweiliges Leben“. Also, langweilig im besten Sinne. Mal keine Achterbahn, statt dessen ein bisschen Flow. Leben in der Komfortzone. Weil es ein Luxus ist, eine zu haben, in der man bleiben kann. Komfortzone verlassen – diesen Aufruf fand ich schon immer anmaßend. Verlassen kann man sie ja erst, wenn man einen hat. Und wo ich grad eine gefunden habe, würde ich da gern ein bisschen bleiben wollen.

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Ein Highlight kurz vor Corona: Wir fällen einen Baum

2020 dachte sich dann: HAHA. Im Januar begann mein persönlicher Ausnahmezustand. Im März kam Corona dazu. Seitdem hat sich bei allen viel geändert.

Bis zu Beginn dieser Woche waren wir alle vier jeden Tag von morgens bis abends zusammen. Uffz. Hätte man mir das vorher angedro…angekündigt, ich hätte gesagt, dass überstehen wir nicht.

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Irgendwo liegt immer eine unserer drei Katzen. Das ist schön und beruhigend

Wir haben es aber bisher ganz gut überstanden. Bisher. Und fest gestellt, wie gut es uns geht. Ein Haus mit Garten ist in dieser Situation die halbe Miete*. Und dann dieses Glück mit dem Wetter, auch wenn das Glück, klimawandeltechnisch, ja eher nicht so schön ist.

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Das Kind klagt über zu wenig ! Fernsehzeit und will sich neue Eltern suchen. Wir Bratkartoffeln leiden.

Ein Rhythmus hat sich eingependelt, fast jeder Tag sieht gleich aus. Ich werde als Erste wach, meist vor oder gegen sechs Uhr früh. Mit meiner Decke und einem Kaffee ziehe ich auf die Couch, die den Blick in den Garten bietet. Ich höre Podcasts, meistens was mit Finanzen oder Gesellschaftsthemen. Ein, zwei Stunden später kommt Kind2, kuschelt sich zu mir unter die Decke und wir plaudern ein bisschen.

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Während „Homeschooling“ bei Kind1 scheitert, hat sich Kind2 als Freilerner qualifiziert. Er bastelt sich Fliegenaugen aus Klopapierrollen

Am Wochenende backen wir beide dann morgens schon Kekse. Das ganze Haus riecht nach Lecker. Irgendwann lässt sich Kind1 blicken, beide setzten sich mit lustigen Taschenbüchern auf die Couch oder verschwinden noch mal auf ihre Zimmer um Lego zu spielen. Ehrlich gesagt: Oft wird schon gestritten, manchmal ist es aber auch schön.

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Nicht, dass der Rasensprenger einen nass macht.

Homeschooling ist bei uns das größte Streitthema. Ich hab mir vorgenommen, am Wochenende alle Lokal- und Bundespolitiker*innen anzuschreiben, die ich recherchieren kann. Ich werde nämlich streiken, so lange es für den Grundschüler kein durchdachtes „Fernlern“konzept gibt. Meine Meinung: Es ist verdammt nicht unsere Aufgabe, hier Unterricht zu machen. Zumal sich hier jemand nicht unterrichten lassen will und ich in dieser Zeit, wo wir nun einfach mal 24/7 aufeinander hocken, nicht den Familienfrieden wegen sowas aufgeben will.

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Wenn ich alt bin, will ich auch so renitent sein

Ich versuche es mit stundenweise Homeoffice, während die Kinder vorm Fernseher sitzen. So sieht es aus. Der Mann ist wieder an einigen Tagen außer Haus tätig. Am Nachmittag schick ich die Kinder raus. Ihre Energie entladen sie auf dem Trampolin oder beim Wasserplanschen. An anderen Tagen macht der Mann mit ihnen eine Fahrradtour.

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Ein Gepard

Neulich habe ich mit Erstaunen fest gestellt, dass hier keine Kleinkinder mehr wohnen. Mit neun und fast sechs Jahren sind es richtig große Kinder. Beide „feiern“ ihre aktuellen Geburtstage in dieser seltsamen Zeit. Dass sie „groß“ sind hat mich auch das Abendritual ändern lassen. Weil abends einfach der Akku bei uns Erwachsenen sowas von leer ist, schicken wir sie nach dem Abendessen auf ihre Zimmer, wo sie noch spielen können, wo wir ihnen Gute Nacht sagen, aber kein „Programm“ mehr bieten. Keine Gute Nacht Geschichte, Hörspiel müssen sie sich selber anmachen, ihre Schlafenszeit bestimmen sie selbst. Was aus purer Notwendigkeit (für die Seelenhygiene der Erwachsenen) eingeführt wurde, klappt erstaunlich gut. Toll, so große Kinder…

Ich wünsche euch Geduld und Kraft in dieser seltsamen Zeit. Ich hoffe, es geht euch gut?

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Zur Einweihungsparty letztes Jahr gab es ein Apfelbäumchen. So viel Schönheit und Hoffnung in einer so kleinen Pflanze.

* Ich werfe 1 Euro in die Schlechte-Wortwitze-Kasse

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Spätsommer

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Das große Kind hat sich eine HalloweenParty gewünscht. Für die Deko brauchen wir natürlich Fledermäuse. So bekommt man auch den ein oder anderen verregneten Nachmittag herum.

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Was für mich Luxus ist? Nicht täglich im Verkehr stecken zu müssen, auf der Autobahn, im Stau. Oder wie eine Ölsardine eingequetscht in der Bahn. Hab ich alles hinter mir, brauch und will ich nie mehr.

Freiwillig dagegen fahre ich mal mit dem Fahrrad in die große Stadt um mit Kolleginnen zu arbeiten. Nur Homeoffice ist auch langweilig.

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Eines der Kinder möchte Forscher und Erfinder werden. Also experimentieren wir viel. Hier entstanden Salz…kristalle. Einfach Salz in ein Glas mit Wasser geben, einen Stift quer drüber legen und einen Faden dran binden, der ins Glas taucht. Allerdings fand es das Salz hier besser, am Stift und nicht am Faden hängen zu bleiben.

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Nach dem Umzug wurde ich Mitglied im lokalen Surfverein. Einmal pro Saison muss man vor Ort Ordnungsdienst am Clubheim leisten. Weil ich spät dran war blieb mir nur ein Termin Mitte Oktober. Aber weil die Sonne noch mal alles gab war es fast wie Urlaub:

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Life is eben better am Beach

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Fast hätte ich noch einen Sonnenbrand bekommen

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Das blaue Band da quer durchs Bild ist eine Slackline. Die hab ich zum Geburtstag im Frühjahr bekommen und seit einigen Wochen hängt sie dann auch mal im Garten. Inzwischen kann ich ein paar Sekunden darauf stehen. Yeah.

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Warum könnt ihr auf meinem Instaaccount nachlesen. Und erzählt gern mal, ob ihr einen Ehevertrag oder andere Vereinbarungen habt, um Lohn- und Carearbeit auszugleichen.

 

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Herbst

Der Herbst…in einigen Jahren haben die kürzer werdenden Tage und das schwere grau der Wolken mir wochenlange Melancholie bescherrt. Vor allem das im Dunklen aus dem Haus gehen und zur Arbeit fahren und im Dunkeln wieder zurück…glücklicherweise darf ich im Homeoffice arbeiten und seitdem haben Herbst und Winter seine Bedrohlichkeit verloren.

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Ich arbeite seit zwei Jahren für Wildling Shoes und darf an diesem Herbsttag mit zu einem Interview – wir spazieren durch den Wald und das Licht ist einfach unglaublich.

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Bunte Decken helfen auch gegen herbstgrau. Der Blick in den Garten fordert mich zwar ständig dazu auf, endlich dort alles winterfest zu machen, aber an das Thema Garten pirsche ich mich grad erst langsam an.

 

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Drei Katzen sind es inzwischen. Sie sind stets bemüht, mir beim Arbeiten und bei allen anderen Dingen zu „helfen“. Im Prinzip sind sie wie pflegeleichte Kleinkinder – sie brauchen nicht die körperliche Betreuung, aber ganz viel Zuwendung. Und das Licht auf meinem Bulletjournal ist einfach zu schön.

 

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Nachdem der September fleischfrei lief wollte ich im Oktober mit dem Projekt plastikfrei starten. Hier ist die Unterstützung zu Hause etwas geringer…Nun ja, der Allzweckreiniger ist alle und ich mach aus diversen Mitteln, die ich noch da habe, einen selber.

 

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Kommt Kinder, lasst uns spazieren gehen! Kastanien und Blätter sammeln, Bäume bestimmen, Vogelstimmen lauschen…“Mama, wann sind wir da?“ „Mama, ich will nach Hause!“ „Mama, hast du was zu essen dabei, ich hab Hunger?“ „Mama, was ist das für ein Baum? Aua!!!“ – „Das ist eine Brennessel, mein Schatz“. Ich sag mal so: So lange nicht Indiana Jones auftaucht und uns durch den Dschungel Wald führt, lasse ich das mit den Spaziergängen. Zuhause recherchiere ich Umwelt- oder Naturpädagogikgruppen in der Gegend, finde aber nichts. BUND und Nabu haben so unübersichtliche Websites, dass ich nach einer halben Stunde aufgebe zu suchen.

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Ich muss immer über die Instagramästhetik der #Zerowaste-Influencer schmunzeln. Alles so in schönen Glas- oder Edelstahldosen oder in naturfarbenen Beuteln. Ich sammel dagegen alle Tupper- und Noname-plastedosen zusammen für meinen Einkauf im Unverpacktladen. Glas und Edelstahl ist mir viel zu schwer.

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Handschmeichler gefunden. In jeder Jacken- und Hosentasche landen sie und ich freue mich jedesmal, wenn meine Hand eine Kastanie umschließt.

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Mal wieder was anderes lesen als Sachbücher. Das ist der Plan. Die Ausbeute aus der kleinen Stadtteilbibliothek – natürlich alles Autorinnen.

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Ein Wochenende verbringe ich bei einem Holzkurs im Handwerkerinnenhaus Köln. Ich wollte so gerne mal was „praktisches“ lernen. Aber erstmal heisst es: Rechnen. Kein Bausatz wird vorgegeben, alles Maßanfertigung

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Nach anderthalb Tagen ist das Gewürzregal fertig und echt keine Raketenwissenschaft. Es war schön, in dieser Runde zu sehen, wie nach und nach das Zutrauen bei allen Teilnehmenden wuchs. Am Anfang traute sich keine_r so richtig an die schweren Geräte ran, aber nach kurzer Einweisung und gegenseitigem Zuspruch flogen irgendwann die Holzspäne, der Tischbohrer und die Stichsäge machten den Soundtrack und am Ende hatte wirklich jede ein tolles Objekt mit nach Hause genommen. Im November mache ich noch einen Kurs und am Ende soll ein „richtiges“ Möbelstück stehen.

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Plastikfrei bringt einige Herausforderungen. Meine Sojamlich kommt im Tetrapack daher, daher versuch ich mich an Alternativen. Sojamlich selber machen habe ich einige Male probiert und war mit dem Verhältnis – Aufwand/Ergebnis nicht zufrieden. Ich versuche mal Hafermilch, mit Haferflocken und Wasser. Der erste Versuch misslingt, versucht nicht, das Gemisch zu kochen! Dann hat man Haferschleim und es bleibt keine Flüssigkeit mehr übrig für den Kaffee…

Falls ihr Lust habt, meinen Gedanken zu gleichberechtigter Elternschaft zu folgen kommt gern auf Instagram zu mir – klick hier

Alltägliches findet ihr weiterhin auf Instagram unter glcklchschtrn

Habt eine schöne Woche!

 

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Vegetarischer September

Danke für eure lieben Rückmeldungen zum letzten Post! Viele kamen auf facebook (jeder Blogbeitrag hier wird automatisch mit meiner facebook-Seite geteilt, das hatte ich mal so eingestellt und vergessen). Facebook, ich dachte, da ist keine_r mehr. Vielleicht war das mein Fehler. Ich scrolle eher durch instagram und versuche da irgendwie mitzuhalten. Dabei sind schöne Fotos gar nicht meine Stärke, aber ich mag halt Herausforderungen. Also gut, ich werde in Zukunft wieder öfter an meine Lieben auf facebook denken und mich dort melden.

Das Bloggen war für mich, besonders anfangs, ein Ventil für all das, was mich aufregt. Als Feministin schwanger – da gibt es so einiges zum Aufregen. Andere bloggen nicht über Dinge, die sie ärgern und jammern nicht, aus Angst, dass es dann noch schlimmer kommt. Bei mir ist es umgekehrt: Ich trau mich nicht zu schreiben, wenn alles rund läuft, aus Angst, dass es dann schlimmer kommt. Ein bisschen absurd, aber so lebt jede_r seinen Aberglauben anders.

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Nach dem Umzug in die Vorstadt bin ich dem lokalen Surfverein beigetreten. Zweimal im Jahr fahren wir ans Velouwemeer, grillen abends und surfen, wenn es der Wind erlaubt.

Ich lehne mich wohl nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass Jede_r, di_er was ins Internet schreibt, malt, filmt…sich irgendwie darüber freut, auch wahr genommen zu werden. Sonst könnten wir ja auch klassisch Tagebuch schreiben. Oder so. Aber: ich schreibe, ihr lest. Ihr wisst ein bisschen von mir, ich fast nichts von euch. Dabei bin ich so neugierig! Also, ich freue mich wirklich, von euch zu lesen.

Hinzu kommt, dass es zu den Urzeiten des Bloggens so war: Jemand (also ich zum Beispiel) hat gebloggt und andere haben kommentiert. Irgendwann haben die anderen dann, statt zu kommentieren, selber gebloggt. Vielleicht dann auf meinen Artikel verlinkt. Und dann…ja, dann hat jede_ r seine Blogparade und seine Linktoolparaden gemacht. Gut für SEO und die eigene Bekanntheit. Ach, ich will auch nicht nörgeln. Et is, wie et iss.

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Herbstdeko ausdrucken und ausmalen. Gesehen bei Bine Brändle

Ich versuche, mein Schreiben neu auszurichten, denn da sind viele Texte eigentlich schon fertig in meinem Kopf. Aber es ist ein Stilbruch. Andererseits: Dies ist mein Blog und ich kann ja schreiben, was und worüber ich will. Am liebsten, in Zukunft, über mein dilettantisch-kreatives Scannerleben. Mit Familie. Und dem Vorhaben, mehr über gleichberechtigte Elternschaft zu schreiben und zu reden, ohne Paaren, die das nicht so schaffen wie gewünscht vor den Kopf zu knallen, das sei alles nur eine Frage des Wollens. Hey, look at me!

Hier gibt es also in Zukunft vermutlich wieder viel Text. Keine aufgehellten Fotos, keine Flatlays (ich meine nicht den Typen von Lord of the Dance) und auch keine “10 Dinge, die du immer schon über Dings wissen wolltest”. Das sind nämlich eigentlich immer die Dinge, die alle schon wissen.

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Beinahe hätte ich meine Steuererklärung für 2018 gemacht.

Also kleiner Monatsrückblick

Wir hatten im September einen vegetarischen Monat! Also ich, ich ernähre mich ja schon seit 2007 vegetarisch, inzwischen fast schon vegan. Aber der Mann…nun ja, der ist nun mal fast genau so lange mit mir zusammen wie ich Vegetarierin bin, also hat er hautnah erfahren, dass man nicht vom Fleisch fällt (sorry, Karlauer, aber der musste sein), wenn man Tiere vom Speiseplan streicht. Und das Fleisch groß und stark macht, glaubt heute ja eh keiner mehr. Immer mal wieder fiel also ein “Also Vegetarier werden – das könnte ich mir schon vorstellen” aus dem Mund des Mannes. Find ich ja viel romantischer als jeden Liebesbrief, aber nicht, wenn nicht mal Nägel mit Köpfen gemacht werden. Also sagte ich Ende August: So, Grillzeit fast vorbei, im September könntest du mal auf Fleisch verzichten.

Praktischerweise entdeckten wir kurz zuvor noch ein paar vegane Burger und Würstchen, die auch ihm schmeckten und ich habe echt einiges getan, um diese aufzutreiben.

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„Entschuldigung, meine Katze hat meine Unterlagen aufgefressen!“ „Ja, sicher!“

Ich würde ja nach diesem Monat faszinierende Erkenntnisse teilen wollen, aber: der Mann ist noch der gleiche wie vorher. Wir haben gut gegessen und das fast genau so wie vorher (Fleisch gab es ja eh nur, wenn der Mann gekocht hat, meistens war es dann ein “Add on”). Zweimal hat der Mann dann doch mal zum Fleisch gegriffen. Er wird wohl dauerhaft – leider – kein Veggie, aber isst kein Billigfleisch mehr.

Die Kinder haben viel Zeit mit Feuermachen im Garten verbracht, ich mit Efeu- und Heckeschneiden und überhaupt: wenn man Hausmitgarten hat, braucht man eigentlich keine Hobbys mehr.

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Efeu ist echt schön. Vögel brüten darin, Insekten lieben es. Ich ja auch, aber nicht, wenn es an Nachbars Garage hochwächst (und auf unserem Grundstück seine Wurzeln hat)

Der nächste Monat steht im Zeichen von: plastikfrei einkaufen. Und eine Halloweenparty planen. Was macht ihr?

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Was ist neu…kleines Update

Je lauter das Leben, desto stiller werde ich. Hier zumindest. Ich versuche dagegen zu steuern aber habe irgendwo das Ruder verloren. Ist aber gar nicht schlimm, denn das Leben fließt so vor sich hin, die Aussicht ist schön und mir fehlt es eigentlich an gar nichts.

Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt noch in dieses Internet schreiben soll und will, weil die Resonanz einfach komplett ausbleibt. Das ist ok, ist auch eine Aussage und wenn ich eines weiß, dann, das man Dinge immer für sich tun soll. Nicht für den Applaus, nicht für Andere oder für Anerkennung. Ein bisschen wie am Anfang, als ich mich fast erschreckte, wenn jemand kommentierte und ich wusste: Oh, da ist wirklich jemand, der das liest.

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Die neue Küche ist wunderschön, räumt sich dummerweise aber auch nicht von alleine auf

Was ist es also, worüber ich noch schreiben kann, schreiben will, für mich und die paar wenigen, die hier lesen?

Kleines RealLifeUpdate für die, die mir bis hier treu geblieben sind: Umzug in die Vorstadt, nein ins Dorf, vor einem halben Jahr. Einfamilienhaus am Ende einer Straße, dahinter Sportplatz und Wald. Eine Kirche, ein Bäcker, ein Kindergarten und eine Schule. Ach, ein kleiner Supermarkt hat vor einer Weile auch – wieder – aufgemacht. Dann kommt lange nichts, ein See, eine Autobahn. Ein ganz anderes Leben als in der Großstadt aber doch so, als hätten wir nie anders gelebt.

Ich muss zwar lernen, wie man Unkraut aus der Einfahrt entfernt und was man mit einem Garten anfängt, aber glücklicherweise muss ich das nicht alles morgen können.

Zwei Katzen sind hier eingezogen, zusätzlich zu unserer alten Hauskatze, die not very amused ist. Die Kinder haben schnell Anschluss gefunden, in Schule und Kindergarten neue Freunde gefunden und es ist alles in allem ein bisschen wie in meiner Kindheit: Die Kinder klingeln beieinander, besuchen sich zum Spielen, fahren mit dem Rad durch die Gegend oder rennen durch die Gärten.

Ich könnte es grade nicht besser haben. Dass die Geschehnisse in dieser Welt ein Kontrastprogramm fahren könnte mir scheinbar egal sein, ist es aber nicht.

Und darüber hinaus? Ich verfolge weiterhin Themen, aber irgendwie sind alle davon in diesem Internet so stark vertreten, dass ich nicht weiß, wo ich euch mit Mehrwert dienen kann: Feminismus, Geld, Gleichberechtigte Elternschaft, Mental Load, Minimalismus, Nachhaltigkeit, Scanner, Kreatives Leben, Gutes Leben, Gesundheit…interessiert euch bei irgendwas davon meine 2cents? Sonst lass ich das weiterhin in meine Alltagsposts fließen.

Danke, dass ihr noch da seid und vielleicht winkt ihr mir kurz – virtuell – nach so langer Zeit hier mal wieder. Damit ich sehe, dass ihr wirklich noch da seid 😉

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Coworking, Krimis und Kitabesichtigung

Ich weiß echt nicht, wie man das abends regelmäßig hinbekommt, dieses Tagebuchbloggen. Gestern abend habe ich schon wieder kapituliert. Dabei war der Montag beinahe relaxt. Weil der Mann nachmittags die Kinder bespaßte, hatte ich beim Arbeiten keinen Zeitdruck. Eine Kollegin kam vorbei und wir arbeiteten gemeinsam. Weil ich am Sonntag ja so fleißig vorgekocht habe, konnte ich sie mit Muffins und Brot total beeindrucken.

Nach der Arbeit war es schon so spät, dass wir Abendbrot hatten und dann die Kinder ins Bett überredet haben.

Heute morgen schlich der Mann zu unchristlicher Zeit aus dem Haus, weil er mit den Öffis zur Arbeit musste. Ich brauchte nachmittags das Auto. Aber erst mal beide Kinder für den Tag vorbereiten: Der Große und ich machen den Anfang. Wir hören Kiraka Klicker, Nachrichten für Kinder. Das sind immer 4minütige Sendungen, die man als Podcast hören kann. Er besucht heute ein Museum mit der Klasse und ist ein bisschen aufgeregt.

Der Kleine kommt dazu, er wacht immer mit Hunger auf. Der Große verlässt das Haus, Kind2 und ich machen uns gemütlich fertig. Heute schaffe ich es, ihn in die Frühgruppe zu bringen.

Zu Hause nutze ich den Zeitpuffer, um mich zu bewegen: mir wurden die Yoga-Videos von Mady Morrison empfehlen. Ich suche mir etwas für Arme und Rücken aus und kapituliere – aber es tut gut, auch wenn ich nicht das komplette Programm schaffe. Vielleicht steig ich beim nächsten Mal doch mit einem Sonnengruß ein.

Ich arbeite und nutze die Mittagspause für Einkäufe: Im Unverpackt-Laden kaufe ich Waschmittel, Spülmittel, verschiedene Nüsse und Schokolade (NIEMALS mit Hunger einkaufen gehen!). Der Weg, das Einkaufen und Einräumen der Sachen braucht eine Stunde. Das registriere ich nur nebenbei. In den Supermarkt muss ich später trotzdem noch. Meine These ist – kurz und überspitzt: Das gute Leben ist ein Vollzeitjob. Ich koche grade viel frisch, nicht ganz, aber fast vegan. Bereite viel vor, für die Kinder und für mich. Und wir reden hier nur vom Bereich Kochen & Lebensmittel! Da versuch ich demnächst mit Zeiterfassung auszurechnen, wie viel extra-Zeit mich ein nachhaltiger Lebensstil kostet (und ich versuche auch zu erfassen, was wir an Geld dadurch einsparen…).

Noch mal kurz an den Schreibtisch, die restlichen Einkäufe erledigen und Kind2 um kurz vor drei vom Kindergarten holen. Auf den großen Bruder warten und ins Auto. Wir fahren zum Info-Nachmittag eines Kindergartens, der nach dem Umzug für das Kindergartenkind in Frage käme. Es ist eine Fröbeleinrichtung, sehr schön und Freunde von uns haben ihre Kids auch da. Alternativ ist noch der Kindergarten direkt im Ort. Ich bin ja froh, wenn wir überhaupt zeitlich passend einen Platz finden…

Als wir zu Hause ankommen ists schon kurz vor sieben. Ich mache den Kids ein paar Brote, beseitige ein bisschen Chaos und stelle für mich und den Mann Essen auf den Herd. Ich merke, dass die Kids wirklich groggy sind und bringe sie ins Bett.

Um kurz nach acht ist der Mann wieder da. Wir essen noch, eigentlich wollte ich noch: Brot backen, Haare färben, Dips vorbereiten und Falafel machen. Aber vom Abendessen sind ein paar Reste übrig, dass muss fürs Mittag reichen. Mein Mantra: Den Rest mach ich Morgen…

Ach so, wie der „Krimi“ in den Titel kam: Ich lese auf dem eReader „Durst“ von Jo Nesbro. Zugegebenermaßen unklug, immer vorm Schlafengehen. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten sollen. Skandinavische Krimis waren mal ein Ding, ich moche eine zeitlang die Wallander-Krimis. Aber ehrlich, diese alten weißen Männer, dem Alkohol verfallen und Lonesome-Wolf mäßig unterwegs…Na laaaaangweilig. Aber gut, die Story ist spannend. Leider…

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Unser Wochenende in Bildern – Januar 2019

Ok, Donnerstag und Freitag war ich dann aber wirklich zu müde zum Tagebuchbloggen…Das war wohl noch der Ferienjetlag. Dieses früh aufstehen, schlimm. Obwohl, ich glaub, das ist es gar nicht. Es ist das Aufstehen ohne noch mal Nachschlummern zu können. Oder beides.

Naja, Samstag habe ich ausgeschlafen. Zum einen sind die Kinder inzwischen alt genug (7 und 4), sich selbst beschäftigen zu können oder ein Brot zu schmieren. Zum anderen haben sie die Ansage bekommen, dass das am Wochenende genehmigte Fernsehkontingent nicht vor 9 Uhr verfügbar ist. Wir hatten nämlich auch Morgende, die um Sechsuhr-Irgendwas starteten mit der Frage: „Können wir fernsehen?“ Wenn sie wissen, dass der Tag eh nicht mit fernsehen beginnt, schlafen sie überraschenderweise auch länger ^^.

Anschließend hat der Mann das Frühstücksprogramm übernommen und ich blieb noch eine Weile liegen. Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, schauten mich diese Knopfäuglein an:

Am Freitag hab ich im Supermarkt noch eine Tiefkühltorte gekauft. Ich backe zwar sehr gerne, aber da ich nicht wusste, wie voll das Wochenende würde, wollte ich sicher gehen…Am Samstag taute ich diese Mandeltorte erst mal auf…

…bevor das große „Ausflugsprogramm“ beginnt. Parkettladen und Möbelgeschäft. Wir werden irgendwann im ersten Halbjahr umziehen. Der Mann und ich haben schon einen ähnlichen Geschmack, aber so langsam müssen Entscheidungen getroffen werden. Neuer Boden und wenn ja welcher? Neue Couch und wenn ja was? Lampen, Küche, diesdas. Ich habe mich natürlich in einen Holzdielenboden verliebt, den man nicht mal eben so bekommt. Hickory. In diesem Laden nur ab 120qm zu erwerben bei dreimonatiger Lieferzeit. Mal ehrlich, es gibt Dinge, von denen weiß man einfach nichts, bis man sich anfängt, damit zu beschäftigen. Na egal, vlt. finde ich solche Dielen noch woanders.

Die Kinder benehmen sich so lala, während wir Böden, Sitzecken und Lampen angucken.

Nachmittags sind wir bei Freunden zum Sommerrollenessen eingeladen. Also genau genommen, hab ich uns eingeladen, weil das immer so lecker ist.

Der Abend ist ruhig, der Mann fährt noch zu einer Lesung. Die Kids schlafen zu Hörbüchern bei uns im Bett ein. Am späten Abend trage ich sie in ihr Bett.

Sonntag. Der Morgen ist nicht ganz so entspannt, wie der vorhergehende. Keine Ahnung warum, aber die Kids stromern doch schon früh durch die Wohnung. Habe ich erwähnt, dass sie zu Weihnachten ein Schlagzeug bekommen haben? Elektrisch zwar und man kann Kopfhörer dranschalten, aber der Effekt ist gering.

Nach ihrem Fernsehprogramm machen wir ein spätes Frühstück. Ich mach aus TK-Beeren und Vanillezucker „Marmelade“, es gibt Sojajoghurt und Eier. Anschließend räumen wir die Wohnung auf. Der Mann und die Kids machen Frühjahrsputz im Kinderzimmer, ich tobe mich ein wenig in der Küche aus. Zu Mittag gibt es rote Linsen in Tomatensauße, Gemüsepfanne und Falafel. Für das Frühstück morgen backe ich Brot und Bananenbrotmuffins.

Vor dem Abendessen gibt es noch die Sendung mit der Maus.

Am Abend werden die Kinder irgendwie noch mal ungemütlich, das Fernsehprogramm war heut so kurz und überhaupt dürften sie sonst doch abends auch noch was gucken, bis Mitternacht!!! Türen knallen, ich werde von Kindergeburtstagen ausgeladen und bin eh blöd.

Ich denke, nun ist wirklich Schlafenszeit. Kind2 ist auch wirklich schnell im Land der Träume, Kind1 blättert noch im Donald Duck. Ich probiere einen der Bananenmuffins mit der selbstgemachten Marmelade. Wochenplanung mit dem Mann und nun – Feierabend! Einen schönen Wochenstart wünsch ich euch!

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Mittwoch

Uffz. Eindeutig zu müde für das Tagebuchbloggen. Aber Vorsatz ist Vorsazt. Also machen wir es kurz: Der Morgen ist dem gestrigen sehr ähnlich. Ich bringe den Kleinen zum Kindergarten und setze mich an den Schreibtisch. Feedback zum Text von gestern übernehmen und an die Recherche für die nächsten machen.

Am Nachmittag steht Waffeln backen auf dem Plan. Für die Kolleg_innen morgen. Einmal im Monat treffen wir uns alle. Die Kinder wollen natürlich mitbacken. Das Rezept hat mir meine Mutter mal aufgeschrieben, ich habe es aber immer mit Butter statt Margarine und Milch statt Wasser gemacht. Ich mache gleich die zweifache Portion, eine zweite mit veganer „Butter“ und Sojamilch. Aber trotzdem mit Eiern.

Ich hab inzwischen viele vegane Waffelrezepte ausprobiert, die mich alle nicht überzeugt haben. Ich versuche, mich jetzt selber den perfekten veganen Waffeln zu nähern. Und auch, wenn es nur bei Sojamilch und Alsan bleibt (aber mit Eiern) – so kann ich zwar nicht das Label vegan drauf packen, aber es ist nah dran, oder?

Viele haben glaube ich, das Bedürfnis, unbedingt ein Label oder eine Schublade zu haben. Ich kann das verstehen und als Ideal finde ich sowas immer richtig. Aber in der Praxis bin ich nicht perfekt genug und freue mich auch über kleine ‚Verbesserungen‘. Auch wenn ich in meine kleine twitter- oder insta-Bio dann nicht „Zero Waste/Vegan/Minimalismus/AP/Whatever“ packen kann.

Twitter hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass bald schon wieder Karneval ist. Darum hole ich die Kostüme aus dem Keller. Die Kinder freuen sich und so helfen mir Batman-Cowboy-Hexe-Wolf beim Waffeln backen.

Weil das Waffeln backen sich so in die Länge zieht bitte ich den Mann, auf dem Weg von der Arbeit eine Pizza mitzubringen, für Kochen reicht die Zeit nämlich nicht mehr.

Wie das nach so einer Küchenaktion mit Kindern ist, braucht das Aufräumen der Küche eine Weile und jetzt schau ich noch eine Runde fern und geh dann früh ins Bett. Gute Nacht!

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