Archiv der Kategorie: familie

Vegetarischer September

Danke für eure lieben Rückmeldungen zum letzten Post! Viele kamen auf facebook (jeder Blogbeitrag hier wird automatisch mit meiner facebook-Seite geteilt, das hatte ich mal so eingestellt und vergessen). Facebook, ich dachte, da ist keine_r mehr. Vielleicht war das mein Fehler. Ich scrolle eher durch instagram und versuche da irgendwie mitzuhalten. Dabei sind schöne Fotos gar nicht meine Stärke, aber ich mag halt Herausforderungen. Also gut, ich werde in Zukunft wieder öfter an meine Lieben auf facebook denken und mich dort melden.

Das Bloggen war für mich, besonders anfangs, ein Ventil für all das, was mich aufregt. Als Feministin schwanger – da gibt es so einiges zum Aufregen. Andere bloggen nicht über Dinge, die sie ärgern und jammern nicht, aus Angst, dass es dann noch schlimmer kommt. Bei mir ist es umgekehrt: Ich trau mich nicht zu schreiben, wenn alles rund läuft, aus Angst, dass es dann schlimmer kommt. Ein bisschen absurd, aber so lebt jede_r seinen Aberglauben anders.

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Nach dem Umzug in die Vorstadt bin ich dem lokalen Surfverein beigetreten. Zweimal im Jahr fahren wir ans Velouwemeer, grillen abends und surfen, wenn es der Wind erlaubt.

Ich lehne mich wohl nicht weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass Jede_r, di_er was ins Internet schreibt, malt, filmt…sich irgendwie darüber freut, auch wahr genommen zu werden. Sonst könnten wir ja auch klassisch Tagebuch schreiben. Oder so. Aber: ich schreibe, ihr lest. Ihr wisst ein bisschen von mir, ich fast nichts von euch. Dabei bin ich so neugierig! Also, ich freue mich wirklich, von euch zu lesen.

Hinzu kommt, dass es zu den Urzeiten des Bloggens so war: Jemand (also ich zum Beispiel) hat gebloggt und andere haben kommentiert. Irgendwann haben die anderen dann, statt zu kommentieren, selber gebloggt. Vielleicht dann auf meinen Artikel verlinkt. Und dann…ja, dann hat jede_ r seine Blogparade und seine Linktoolparaden gemacht. Gut für SEO und die eigene Bekanntheit. Ach, ich will auch nicht nörgeln. Et is, wie et iss.

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Herbstdeko ausdrucken und ausmalen. Gesehen bei Bine Brändle

Ich versuche, mein Schreiben neu auszurichten, denn da sind viele Texte eigentlich schon fertig in meinem Kopf. Aber es ist ein Stilbruch. Andererseits: Dies ist mein Blog und ich kann ja schreiben, was und worüber ich will. Am liebsten, in Zukunft, über mein dilettantisch-kreatives Scannerleben. Mit Familie. Und dem Vorhaben, mehr über gleichberechtigte Elternschaft zu schreiben und zu reden, ohne Paaren, die das nicht so schaffen wie gewünscht vor den Kopf zu knallen, das sei alles nur eine Frage des Wollens. Hey, look at me!

Hier gibt es also in Zukunft vermutlich wieder viel Text. Keine aufgehellten Fotos, keine Flatlays (ich meine nicht den Typen von Lord of the Dance) und auch keine “10 Dinge, die du immer schon über Dings wissen wolltest”. Das sind nämlich eigentlich immer die Dinge, die alle schon wissen.

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Beinahe hätte ich meine Steuererklärung für 2018 gemacht.

Also kleiner Monatsrückblick

Wir hatten im September einen vegetarischen Monat! Also ich, ich ernähre mich ja schon seit 2007 vegetarisch, inzwischen fast schon vegan. Aber der Mann…nun ja, der ist nun mal fast genau so lange mit mir zusammen wie ich Vegetarierin bin, also hat er hautnah erfahren, dass man nicht vom Fleisch fällt (sorry, Karlauer, aber der musste sein), wenn man Tiere vom Speiseplan streicht. Und das Fleisch groß und stark macht, glaubt heute ja eh keiner mehr. Immer mal wieder fiel also ein “Also Vegetarier werden – das könnte ich mir schon vorstellen” aus dem Mund des Mannes. Find ich ja viel romantischer als jeden Liebesbrief, aber nicht, wenn nicht mal Nägel mit Köpfen gemacht werden. Also sagte ich Ende August: So, Grillzeit fast vorbei, im September könntest du mal auf Fleisch verzichten.

Praktischerweise entdeckten wir kurz zuvor noch ein paar vegane Burger und Würstchen, die auch ihm schmeckten und ich habe echt einiges getan, um diese aufzutreiben.

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„Entschuldigung, meine Katze hat meine Unterlagen aufgefressen!“ „Ja, sicher!“

Ich würde ja nach diesem Monat faszinierende Erkenntnisse teilen wollen, aber: der Mann ist noch der gleiche wie vorher. Wir haben gut gegessen und das fast genau so wie vorher (Fleisch gab es ja eh nur, wenn der Mann gekocht hat, meistens war es dann ein “Add on”). Zweimal hat der Mann dann doch mal zum Fleisch gegriffen. Er wird wohl dauerhaft – leider – kein Veggie, aber isst kein Billigfleisch mehr.

Die Kinder haben viel Zeit mit Feuermachen im Garten verbracht, ich mit Efeu- und Heckeschneiden und überhaupt: wenn man Hausmitgarten hat, braucht man eigentlich keine Hobbys mehr.

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Efeu ist echt schön. Vögel brüten darin, Insekten lieben es. Ich ja auch, aber nicht, wenn es an Nachbars Garage hochwächst (und auf unserem Grundstück seine Wurzeln hat)

Der nächste Monat steht im Zeichen von: plastikfrei einkaufen. Und eine Halloweenparty planen. Was macht ihr?

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Was ist neu…kleines Update

Je lauter das Leben, desto stiller werde ich. Hier zumindest. Ich versuche dagegen zu steuern aber habe irgendwo das Ruder verloren. Ist aber gar nicht schlimm, denn das Leben fließt so vor sich hin, die Aussicht ist schön und mir fehlt es eigentlich an gar nichts.

Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt noch in dieses Internet schreiben soll und will, weil die Resonanz einfach komplett ausbleibt. Das ist ok, ist auch eine Aussage und wenn ich eines weiß, dann, das man Dinge immer für sich tun soll. Nicht für den Applaus, nicht für Andere oder für Anerkennung. Ein bisschen wie am Anfang, als ich mich fast erschreckte, wenn jemand kommentierte und ich wusste: Oh, da ist wirklich jemand, der das liest.

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Die neue Küche ist wunderschön, räumt sich dummerweise aber auch nicht von alleine auf

Was ist es also, worüber ich noch schreiben kann, schreiben will, für mich und die paar wenigen, die hier lesen?

Kleines RealLifeUpdate für die, die mir bis hier treu geblieben sind: Umzug in die Vorstadt, nein ins Dorf, vor einem halben Jahr. Einfamilienhaus am Ende einer Straße, dahinter Sportplatz und Wald. Eine Kirche, ein Bäcker, ein Kindergarten und eine Schule. Ach, ein kleiner Supermarkt hat vor einer Weile auch – wieder – aufgemacht. Dann kommt lange nichts, ein See, eine Autobahn. Ein ganz anderes Leben als in der Großstadt aber doch so, als hätten wir nie anders gelebt.

Ich muss zwar lernen, wie man Unkraut aus der Einfahrt entfernt und was man mit einem Garten anfängt, aber glücklicherweise muss ich das nicht alles morgen können.

Zwei Katzen sind hier eingezogen, zusätzlich zu unserer alten Hauskatze, die not very amused ist. Die Kinder haben schnell Anschluss gefunden, in Schule und Kindergarten neue Freunde gefunden und es ist alles in allem ein bisschen wie in meiner Kindheit: Die Kinder klingeln beieinander, besuchen sich zum Spielen, fahren mit dem Rad durch die Gegend oder rennen durch die Gärten.

Ich könnte es grade nicht besser haben. Dass die Geschehnisse in dieser Welt ein Kontrastprogramm fahren könnte mir scheinbar egal sein, ist es aber nicht.

Und darüber hinaus? Ich verfolge weiterhin Themen, aber irgendwie sind alle davon in diesem Internet so stark vertreten, dass ich nicht weiß, wo ich euch mit Mehrwert dienen kann: Feminismus, Geld, Gleichberechtigte Elternschaft, Mental Load, Minimalismus, Nachhaltigkeit, Scanner, Kreatives Leben, Gutes Leben, Gesundheit…interessiert euch bei irgendwas davon meine 2cents? Sonst lass ich das weiterhin in meine Alltagsposts fließen.

Danke, dass ihr noch da seid und vielleicht winkt ihr mir kurz – virtuell – nach so langer Zeit hier mal wieder. Damit ich sehe, dass ihr wirklich noch da seid 😉

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Coworking, Krimis und Kitabesichtigung

Ich weiß echt nicht, wie man das abends regelmäßig hinbekommt, dieses Tagebuchbloggen. Gestern abend habe ich schon wieder kapituliert. Dabei war der Montag beinahe relaxt. Weil der Mann nachmittags die Kinder bespaßte, hatte ich beim Arbeiten keinen Zeitdruck. Eine Kollegin kam vorbei und wir arbeiteten gemeinsam. Weil ich am Sonntag ja so fleißig vorgekocht habe, konnte ich sie mit Muffins und Brot total beeindrucken.

Nach der Arbeit war es schon so spät, dass wir Abendbrot hatten und dann die Kinder ins Bett überredet haben.

Heute morgen schlich der Mann zu unchristlicher Zeit aus dem Haus, weil er mit den Öffis zur Arbeit musste. Ich brauchte nachmittags das Auto. Aber erst mal beide Kinder für den Tag vorbereiten: Der Große und ich machen den Anfang. Wir hören Kiraka Klicker, Nachrichten für Kinder. Das sind immer 4minütige Sendungen, die man als Podcast hören kann. Er besucht heute ein Museum mit der Klasse und ist ein bisschen aufgeregt.

Der Kleine kommt dazu, er wacht immer mit Hunger auf. Der Große verlässt das Haus, Kind2 und ich machen uns gemütlich fertig. Heute schaffe ich es, ihn in die Frühgruppe zu bringen.

Zu Hause nutze ich den Zeitpuffer, um mich zu bewegen: mir wurden die Yoga-Videos von Mady Morrison empfehlen. Ich suche mir etwas für Arme und Rücken aus und kapituliere – aber es tut gut, auch wenn ich nicht das komplette Programm schaffe. Vielleicht steig ich beim nächsten Mal doch mit einem Sonnengruß ein.

Ich arbeite und nutze die Mittagspause für Einkäufe: Im Unverpackt-Laden kaufe ich Waschmittel, Spülmittel, verschiedene Nüsse und Schokolade (NIEMALS mit Hunger einkaufen gehen!). Der Weg, das Einkaufen und Einräumen der Sachen braucht eine Stunde. Das registriere ich nur nebenbei. In den Supermarkt muss ich später trotzdem noch. Meine These ist – kurz und überspitzt: Das gute Leben ist ein Vollzeitjob. Ich koche grade viel frisch, nicht ganz, aber fast vegan. Bereite viel vor, für die Kinder und für mich. Und wir reden hier nur vom Bereich Kochen & Lebensmittel! Da versuch ich demnächst mit Zeiterfassung auszurechnen, wie viel extra-Zeit mich ein nachhaltiger Lebensstil kostet (und ich versuche auch zu erfassen, was wir an Geld dadurch einsparen…).

Noch mal kurz an den Schreibtisch, die restlichen Einkäufe erledigen und Kind2 um kurz vor drei vom Kindergarten holen. Auf den großen Bruder warten und ins Auto. Wir fahren zum Info-Nachmittag eines Kindergartens, der nach dem Umzug für das Kindergartenkind in Frage käme. Es ist eine Fröbeleinrichtung, sehr schön und Freunde von uns haben ihre Kids auch da. Alternativ ist noch der Kindergarten direkt im Ort. Ich bin ja froh, wenn wir überhaupt zeitlich passend einen Platz finden…

Als wir zu Hause ankommen ists schon kurz vor sieben. Ich mache den Kids ein paar Brote, beseitige ein bisschen Chaos und stelle für mich und den Mann Essen auf den Herd. Ich merke, dass die Kids wirklich groggy sind und bringe sie ins Bett.

Um kurz nach acht ist der Mann wieder da. Wir essen noch, eigentlich wollte ich noch: Brot backen, Haare färben, Dips vorbereiten und Falafel machen. Aber vom Abendessen sind ein paar Reste übrig, dass muss fürs Mittag reichen. Mein Mantra: Den Rest mach ich Morgen…

Ach so, wie der „Krimi“ in den Titel kam: Ich lese auf dem eReader „Durst“ von Jo Nesbro. Zugegebenermaßen unklug, immer vorm Schlafengehen. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten sollen. Skandinavische Krimis waren mal ein Ding, ich moche eine zeitlang die Wallander-Krimis. Aber ehrlich, diese alten weißen Männer, dem Alkohol verfallen und Lonesome-Wolf mäßig unterwegs…Na laaaaangweilig. Aber gut, die Story ist spannend. Leider…

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Unser Wochenende in Bildern – Januar 2019

Ok, Donnerstag und Freitag war ich dann aber wirklich zu müde zum Tagebuchbloggen…Das war wohl noch der Ferienjetlag. Dieses früh aufstehen, schlimm. Obwohl, ich glaub, das ist es gar nicht. Es ist das Aufstehen ohne noch mal Nachschlummern zu können. Oder beides.

Naja, Samstag habe ich ausgeschlafen. Zum einen sind die Kinder inzwischen alt genug (7 und 4), sich selbst beschäftigen zu können oder ein Brot zu schmieren. Zum anderen haben sie die Ansage bekommen, dass das am Wochenende genehmigte Fernsehkontingent nicht vor 9 Uhr verfügbar ist. Wir hatten nämlich auch Morgende, die um Sechsuhr-Irgendwas starteten mit der Frage: „Können wir fernsehen?“ Wenn sie wissen, dass der Tag eh nicht mit fernsehen beginnt, schlafen sie überraschenderweise auch länger ^^.

Anschließend hat der Mann das Frühstücksprogramm übernommen und ich blieb noch eine Weile liegen. Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, schauten mich diese Knopfäuglein an:

Am Freitag hab ich im Supermarkt noch eine Tiefkühltorte gekauft. Ich backe zwar sehr gerne, aber da ich nicht wusste, wie voll das Wochenende würde, wollte ich sicher gehen…Am Samstag taute ich diese Mandeltorte erst mal auf…

…bevor das große „Ausflugsprogramm“ beginnt. Parkettladen und Möbelgeschäft. Wir werden irgendwann im ersten Halbjahr umziehen. Der Mann und ich haben schon einen ähnlichen Geschmack, aber so langsam müssen Entscheidungen getroffen werden. Neuer Boden und wenn ja welcher? Neue Couch und wenn ja was? Lampen, Küche, diesdas. Ich habe mich natürlich in einen Holzdielenboden verliebt, den man nicht mal eben so bekommt. Hickory. In diesem Laden nur ab 120qm zu erwerben bei dreimonatiger Lieferzeit. Mal ehrlich, es gibt Dinge, von denen weiß man einfach nichts, bis man sich anfängt, damit zu beschäftigen. Na egal, vlt. finde ich solche Dielen noch woanders.

Die Kinder benehmen sich so lala, während wir Böden, Sitzecken und Lampen angucken.

Nachmittags sind wir bei Freunden zum Sommerrollenessen eingeladen. Also genau genommen, hab ich uns eingeladen, weil das immer so lecker ist.

Der Abend ist ruhig, der Mann fährt noch zu einer Lesung. Die Kids schlafen zu Hörbüchern bei uns im Bett ein. Am späten Abend trage ich sie in ihr Bett.

Sonntag. Der Morgen ist nicht ganz so entspannt, wie der vorhergehende. Keine Ahnung warum, aber die Kids stromern doch schon früh durch die Wohnung. Habe ich erwähnt, dass sie zu Weihnachten ein Schlagzeug bekommen haben? Elektrisch zwar und man kann Kopfhörer dranschalten, aber der Effekt ist gering.

Nach ihrem Fernsehprogramm machen wir ein spätes Frühstück. Ich mach aus TK-Beeren und Vanillezucker „Marmelade“, es gibt Sojajoghurt und Eier. Anschließend räumen wir die Wohnung auf. Der Mann und die Kids machen Frühjahrsputz im Kinderzimmer, ich tobe mich ein wenig in der Küche aus. Zu Mittag gibt es rote Linsen in Tomatensauße, Gemüsepfanne und Falafel. Für das Frühstück morgen backe ich Brot und Bananenbrotmuffins.

Vor dem Abendessen gibt es noch die Sendung mit der Maus.

Am Abend werden die Kinder irgendwie noch mal ungemütlich, das Fernsehprogramm war heut so kurz und überhaupt dürften sie sonst doch abends auch noch was gucken, bis Mitternacht!!! Türen knallen, ich werde von Kindergeburtstagen ausgeladen und bin eh blöd.

Ich denke, nun ist wirklich Schlafenszeit. Kind2 ist auch wirklich schnell im Land der Träume, Kind1 blättert noch im Donald Duck. Ich probiere einen der Bananenmuffins mit der selbstgemachten Marmelade. Wochenplanung mit dem Mann und nun – Feierabend! Einen schönen Wochenstart wünsch ich euch!

Mehr Wochenende in Bildern bei Großeköpfe

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Mittwoch

Uffz. Eindeutig zu müde für das Tagebuchbloggen. Aber Vorsatz ist Vorsazt. Also machen wir es kurz: Der Morgen ist dem gestrigen sehr ähnlich. Ich bringe den Kleinen zum Kindergarten und setze mich an den Schreibtisch. Feedback zum Text von gestern übernehmen und an die Recherche für die nächsten machen.

Am Nachmittag steht Waffeln backen auf dem Plan. Für die Kolleg_innen morgen. Einmal im Monat treffen wir uns alle. Die Kinder wollen natürlich mitbacken. Das Rezept hat mir meine Mutter mal aufgeschrieben, ich habe es aber immer mit Butter statt Margarine und Milch statt Wasser gemacht. Ich mache gleich die zweifache Portion, eine zweite mit veganer „Butter“ und Sojamilch. Aber trotzdem mit Eiern.

Ich hab inzwischen viele vegane Waffelrezepte ausprobiert, die mich alle nicht überzeugt haben. Ich versuche, mich jetzt selber den perfekten veganen Waffeln zu nähern. Und auch, wenn es nur bei Sojamilch und Alsan bleibt (aber mit Eiern) – so kann ich zwar nicht das Label vegan drauf packen, aber es ist nah dran, oder?

Viele haben glaube ich, das Bedürfnis, unbedingt ein Label oder eine Schublade zu haben. Ich kann das verstehen und als Ideal finde ich sowas immer richtig. Aber in der Praxis bin ich nicht perfekt genug und freue mich auch über kleine ‚Verbesserungen‘. Auch wenn ich in meine kleine twitter- oder insta-Bio dann nicht „Zero Waste/Vegan/Minimalismus/AP/Whatever“ packen kann.

Twitter hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass bald schon wieder Karneval ist. Darum hole ich die Kostüme aus dem Keller. Die Kinder freuen sich und so helfen mir Batman-Cowboy-Hexe-Wolf beim Waffeln backen.

Weil das Waffeln backen sich so in die Länge zieht bitte ich den Mann, auf dem Weg von der Arbeit eine Pizza mitzubringen, für Kochen reicht die Zeit nämlich nicht mehr.

Wie das nach so einer Küchenaktion mit Kindern ist, braucht das Aufräumen der Küche eine Weile und jetzt schau ich noch eine Runde fern und geh dann früh ins Bett. Gute Nacht!

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Dienstag

Einer meiner Neujahrsvorsätze: Mehr schreiben, mehr bloggen. Und vor allem: Tagebuchbloggen. Weil mich selbst all die Blogs mit ihren Ratgeberartikeln, „10 Dinge/Bücher/….die man gemacht/gelesen/gehört…haben muss“, die Einkaufstipps und wasweißich selber nicht interessieren. Nicht mehr.

Was mich interessiert: Wie sieht Alltag aus, wie organisieren sich Familien, wie arbeiten andere, was kaufen sie (aber nicht die Affiliate-Dinge, die anderen Dinge), womit verbringen andere den lieben langen Tag. Und nun fühle ich mich auch verpflichtet, ein wenig von all diesen Dingen zu teilen. Ebenso wie meine Gedanken, die mich eben so neben all dem Alltagsgetue begleiten.

Das schreib ich auf, ohne mir schlaue Überschriften auszudenken oder schicke Bilder zu machen. Wer also Spannendes erwartet, kann genau hier weg klicken.

Der Mann steht mit dem Schulkind auf und weckt mich mit Kaffee. Das Kindergartenkind und ich haben noch etwas Zeit. Es möchte spielen – bevor ich meinen Kaffee ausgetrunken habe. Wir spielen nach den Regeln, die er sich ausdenkt und nach Bedarf ändert. Na gut, dass schaffe ich auch ohne Koffein.

Heute kommt das Kindergartenkind gut in seiner Gruppe an. Vielleicht weil Spielzeugtag ist und er allen seine Feuerwehrstation zeigen kann? Ich gehe schnell wieder nach Hause und setze mich mit einer Kanne Tee an den Schreibtisch. Ein Text muss fertig geschrieben werden.

Weil ich eine schlechte Frühstückerin bin esse ich gegen Mittag ein Früchtemüsli. Ich schaue dabei ein paar Minuten in „Aufräumen mit Marie Kondo“ rein. Damit könnte ich einen eigenen Blogartikel füllen. Es war die Folge mit der Witwe, die den ganzen Kram ihres Mannes aussortieren will.

Da Minimalismus mich schon immer begleitet (auch bevor er einen Namen hatte) aber spätestens seit den Kindern wie Sysiphos gegen all die Dinge ankämpfe, die so ins Haus kommen, finde ich das schon spannend. Aber die Serie enttäuscht mich in vielerlei Hinsicht. Denn das Aussortieren war wirklich noch nie mein Problem. Mein Problem ist, all dem, was rein will Einhalt zu gebieten.

Unabhängig davon denke ich, wie…viel „besser“ die Welt sein könnte, wenn die Menschen genügsamer wären. Mit genügsam meine ich nicht, bei Mangel die Klappe halten und nichts ändern. Mit genügsam meine ich, zufrieden, wenn man genug hat. Nicht nur im Materiellen, sondern auch auf anderen Ebenen. Ich bin ja nicht so auf der materiellen Schiene anfällig für „mehr“, bei mir sind es diffusere Dinge. Anerkennung wäre spontan der passendste Begriff, aber das trifft es nicht ganz. Lebenshunger, Autonomie…Entwicklung. Mehr Zeit für all die Dinge, die ich machen möchte. Aber nun gut, ich übe mich in Genügsamkeit. Denn eigentlich kann ich sehr aus der Fülle schöpfen.

Ich mache nach der Pause noch einen Arbeitsblock, dann ein paar Erledigungen und Einkäufe. Unter anderem Mililmeter Papier. Mit dem Projekt Haushaltsbuch habe ich ein paar Bücher über das weite Thema Geld gelesen. Money von Tony Robbins zum Beispiel oder grade Mehr Geld für Mehr Leben von Vicki Robins (Neuauflage). Da soll man seine Einnahmen und Ausgaben, ähnlich wie den Dax-Index, als Linien festhalten. Und sofern vorhanden auch Anlagen. So erkenne man, wie gut man dasteht.

Ich hole das Kindergartenkind ab und sagen wir so: Wir hatten schon bessere Nachmittage. Statt einer Begrüßung kommt ein „Ich will ein Eis“ und weil meine Antwort nein lautet bin ich eine doofe Mama und werde gehaut. Ich meine, das Kind ist keine zwei mehr, sondern viereinhalb. Diese Meltdowns machen mich jedes mal fertig. Und so geht das den ganzen, kurzen Nachhauseweg. Wir spielen ein bisschen, natürlich nach seinen Regeln, und etwas später kommt der große Bruder.

Die Kinder streiten sich, glücklicherweise kommt der Mann früher nach Hause als gedacht. Das Abendessen geht einigermaßen glimpflich vorbei und nach weiterer Streiterei geht es ins Bett.

Und wie war euer Tag?

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Neujahr also

Schon Sonntag habe ich den Wecker gestellt, da uns die Kinder an den Tagen davor bis neun Uhr haben schlafen lassen. Was toll ist, aber dafür sind sie auch abends gern bis 21, 22 Uhr wach…Sonntag also langsam wieder an die 6:30 Uhr Aufstehzeit tasten. Um 7.30 Uhr gestern krieche ich also zum 7jährigen ins Bett und wecke ihn – und schlafe dann neben ihm wieder ein. Glaube ich…

Am Vormittag treffe ich mich mit Kolleginnen zu einer Filmvorführung (natürlich arbeitsrelevantes Thema!), während Mann und Kinder einen Ausflug machen. Abends holen wir uns was zu essen und versuchen früh Ruhe einkehren zu lassen.

Mich stresst der Gedanke an den Wecker, der heute dann um 6:30 klingelt so dermaßen, dass ich erst gegen 2 Uhr einschlafe und um 6 Uhr bereits wieder wach bin – meine Superkraft.

Ich wecke den Großen und schleiche in die Küche um Pancakes zu machen. Das Kind folgt unter Protest und wir schauen uns aus kleinen Augen an.

Wie ein Baum bekomme auch ich mit dem Alter Ringe. Unter den Augen.

Der 4jährige betritt die Bühne Küche. Für ihn Pancakes (die sind süß!) bitte mit Salami! Und Puderzucker drüber. Nun gut, ist halt Geschmackssache.

Der Mann hilft dem Kleenen beim Anziehen und während der Große dramalos das Haus verlässt, will der kleine Bruder so gar nicht in den Kindergarten.

Ich verspreche ihm, ihn zu tragen (kurzer Fußweg, Gottseidank) und mit ihm so lange zu warten, bis er sich von alleine traut, in seine Gruppe zu gehen. Das hilft. Auch wenn es dann eine halbe Stunde dauert, bis er bereit ist, sich von mir zu lösen.

Ich selbst beginne meinen Arbeitstag im wieder eröffneten Lieblingscafé und Mails checken…Da der Mann nachher die Kinder holt, kann ich relativ entspannt den Tag beginnen und alle Aufgaben erledigen. Ich wechsel noch zweimal den Arbeitsplatz (nach dem Kaffee nach Hause um via Meet Teammeeting zu halten und dann noch in die Bibliothek, um in Ruhe arbeiten zu können, während der Mann die Kinder beschäftigt).

Nach der Arbeit schnappe ich mir noch den 4jährigen und hole mit ihm eine neue Matschhose. Hauptkriterium (nach Kind2): sie muss grün sein. Bekommen wir.

Der Mann hat lecker Essen gemacht, wir schauen noch die Sendung mit der Maus von gestern und dann ist Schlafenszeit. Also theoretisch.

Ein Ohrenbär zur guten Nacht, oder zwei, oder drei, ein bisschen Harry Potter hinterher und dann schlafen sie einer auch schon. Und damit tschüss, für heute!

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Hallo 2019!

2.1.2019

 

Noch so frisch, dieses Datum, diese Zahl. Die Zeit zwischen den Jahren genau so verbracht: irgendwie im Dazwischen. Das war gut, das tat Not. Wir haben viel ‘Nichts’ gemacht.

Ich hab mich mit meinem Bulletjournal hingesetzt, auf das neue Jahr geschaut und mir überlegt, was ich mir von ihm wünsche. Es sind nur ein paar Stellschrauben, an denen ich arbeiten und drehen möchte, denn wenn ich eines in den letzten Jahren verstanden habe, dann, dass ich eigentlich auf einem guten Weg bin. Da muss ich mich nicht neu erfinden, nur den Fokus immer wieder neu bestimmen und ab und an einsehen, dass ich nicht auf allen Partys gleichzeitig tanzen kann.

Ich suche immer weniger nach dem großen Wurf, wichtiger werden mir die konkreten Schritte, die ich unternehmen muss, um auf meinem Weg weiter zu kommen. Und wenn es nur Babyschritte sind.

Das Schreiben hat 2018 auch beruflich einen größeren Stellenwert bekommen, verdiene ich doch endlich mein Geld damit. Dennoch werde ich mir dieses Jahr die eine oder andere Fortbildung in diesem Bereich ‘gönnen’. Wer von euch aus der Texter-/Journalismus-/Autorenecke da gute Tipps und Anlaufstellen hat, bitte her damit!

Das kleine Buch zu diesem Blog wird auch weiter bearbeitet. Entweder schicke ich es dieses Jahr an eine Agentur und hoffe, dass ein Verlag es veröffentlicht, oder ich übernehme das Ganze im SelfPublishing.

Auch eine, im Dezember aufgekommene Idee hat sich selbstständig gemacht: Mit dem #5050Freitag auf instagram will ich (werdenden) Eltern Mut machen, gleichberechtigte Elternschaft zu leben und Ideen, Anregungen und Hilfestellungen geben, dies so umzusetzen, dass es umsetzbar ist. Einen ersten Punkt habe ich ja auch hier im Blog schon festgehalten und ich werde demnächst auch die anderen Faktoren hier im Blog verschriftlichen.

Paare*, die Lust auf eine Beratung haben (individuelle Terminabsprache, Beratung via Hangout o.Ä.) und sich dafür als Versuchskaninchen her geben, können sich gerne bei mir melden! Es soll für mich bei diesem Thema nicht nur beim Schreiben bleiben!

Ansonsten möchte ich das, was ich für mich in den letzten Monaten an Wohlstand und Fülle erlebt und erfahren habe, gerne weiter geben. Ob in Form eines konkreten Ehrenamtes weiß ich noch nicht. Die Schere zwischen meinem persönlichen “Glück” und den Zuständen anderswo ist für mich manchmal unerträglich weit auseinander. Aber auch hier die Einsicht, für welche Aufgaben ich (nicht) gemacht bin. So werde ich wohl weniger an vorderster Front Hilfsgüter verteilen, sondern auch hier meinen eigenen Weg gehen (müssen).

Ich hoffe, das war euch nicht zu kryptisch. Wenn ich mich an meinen ersten Vorsatz halte, werde ich aber wieder öfter hier schreiben und euch mitnehmen, zu all diesen – für mich – Abenteuern.

Nach den ruhigen letzten Tagen haben wir grade ein wenig Lagerkoller, aber das ‘genieße’ ich noch ein paar Tage, bevor der Alltag hier wieder einkehrt, mit meinem persönlichen Horror, dem frühen Aufstehen…

Ich wünsche euch ein gesundes, tolles neue Jahr!

 

*(ich habe auch über andere Konstellationen, zum Beispiel Co-Eltern nachgedacht. Aber bei allem, was ich über diese lese, glaube ich vorerst nicht, dass hier meine Zielgruppe liegt. Denn im Gegensatz zu ‘klassischen’ Paaren gehen sie von vornherein anders an die Elternschaft und reden von Anfang an viel mehr über Vorstellungen, Wünsche und Machbarkeiten. Korrigiert mich, falls ich mich da täusche!)

 

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Die drittschönste Jahreszeit

Ich liebe diese dunkle Jahreszeit – dieses Jahr. Vielleicht fällt es mir – diesmal – so einfach, weil wir in den Herbstferien noch mal den eh schon langen Sommer verlängert haben. Jedenfalls ist uns mit Halloween, St. Martin, Karneval (11.11.) und Adventsvorbereitungen nicht langweilig und wir hatten die vergangenen Tage viel Programm:

Die kleinen Lämmer hatte ich als Vorlage. Mit Aquarellfarbe habe ich sie ausgemalt und ja, dann hat das Elter*Schaf ein Holzbein. Und das „Määääärry“ ne, ich lach mich immer noch kaputt!

nach einer Vorlage auf pinterest

11.11. Alaaaf! Ich als Pfau again.

Ok, you got me. Weihnachten steh ich total auf Kitsch. Seit der Geburt von Kind2 steht hier so ein Ostheimer Stall und bekommt jedes Jahr einen neuen Gesellen. Die Figuren werden in den Adventskalender der Kinder gesteckt und so kommt nach und nach die Weihnachtsgeschichte zum Vorschein

Seit Anfang des Monats jagt ein Termin den anderen. Halloween haben wir dieses Jahr ausfallen lassen, wird ab nächstes Jahr aber gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe.

Sonst ärgere ich mich viel über Minimalismus- Nachhaltigkeits – Frugalisten Influencer*innen, aber dazu einen eigenen Artikel irgendwann. Denn vor lauter leckerfrischgesundunverpackt kochen und Spülmaschine ein- und leerräumen bleibt mir doch kaum noch Zeit!

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Gleichberechtigte Elternschaft: Was Geld damit zu tun hat

Neulich twitterte ich so raus, dass ich seit einem halben Jahr ein ‚Haushaltsbuch‘ führe:

Selten hab ich so viele Reaktionen auf einen tweet bekommen, wie auf diesen hier. Sehr oft kamen Nachfragen, mit welchem Tool ich das mache oder welche Posten ich im Haushaltsbuch festhalte. Und viele Reaktionen zeigten, dass so was eher unüblich ist, viele sogar keinen oder wenig Überblick über regelmäßige Einnahmen und Ausgaben haben. (Zu unserem Haushaltsbuch folgt noch ein eigener Artikel).

Warum ich das hier zu einem Beitrag über gleichberechtigte Elternschaft schreibe? Weil Geld eine ganze Menge damit zu tun hat.

Die Aufteilung von Elternzeit und späterer Teilzeit-/Vollzeitarbeit wird oft damit begründet, dass eine_r (bei Heteropaaren meist der Mann) mehr verdient als die andere. Wenn tatsächlich die Frau mehr verdient, ist Geld seltener ein Argument, auch wenn sie trotzdem meist länger in Elternzeit bleibt und später in Teilzeit geht. Da wird dann eher vorgeschoben, dass der Mann halt grade einen wichtigen Karriereschritt vor sich hat oder sein Chef ihm eine längere berufliche Unterbrechung übel nimmt (ich könnte jetzt schon so viele Fußnoten einbauen, aber ich möchte auf einen bestimmten Punkt hinaus):

Nehmen wir eben den Fall eines jungen Paares, das Eltern werden möchte und bei dem „er“ mehr verdient als „sie“. Und nehmen an, dass dieses Paar mehr verdient, als mit Mindestlohnjobs oder Hartz IV Satz möglich wäre. Damit mit der Geburt des Kindes die Aufteilung von Lohn- und Carearbeit nicht ‚automatisch‘ nach dem klassischen Modell erfolgt, bei dem ’sie‘ später auf Elternzeit und Teilzeit sitzen bleibt, während ‚er‘ in Vollzeit durchgängig weiter arbeitet, hab ich einen krassen Tipp: Werdet euch klar über euren Finanzbedarf! (Dass man natürlich die Verteilung trotzdem so handhaben kann, weil man es WILL ist selbstredend ok, aber dann soll mans auch so sagen. Aber oft hört man: „Er verdient halt mehr…“)

Erstaunlich viele Paare wissen nicht mal genau, wie viel der andere verdient oder wie viel sie zum Leben monatlich brauchen. Wer kann, kann zum Beispiel vor der Schwangerschaft Geld beiseite legen, für die Elternzeit: Wenn, sagen wir, der Mann 300 Euro im Monat mehr Elterngeld bekäme, kann man vorher schon Rücklagen bilden oder während der Schwangerschaft das Geld zur Seite legen.

Alleine durch das Festhalten unserer Einnahmen und Ausgaben haben sich unsere Finanzen verbessert, sind „Löcher“ aufgefallen und wir halten unser Geld besser zusammen. Viele Paare hätten schon lange vor der Elternzeit die Möglichkeit, Rücklagen für die erste Zeit mit Baby und Kind zu bilden. Wie gesagt, ich rede nicht von Paaren die eh schon im unteren Bereich verdienen oder während Ausbildung/Studium ihre Kinder bekommen.

Wenn ich also mit erhobenem Zeigefinger und mit dem Krückstock fuchtelnd werdenden Eltern was raten dürfte: redet über Geld und wieviel ihr braucht, das ist oft sehr erhellend und hilfreich und verhindert eine spätere Rollenverteilung, die nur ‚aus dem Bauch‘ getroffen wird.

Konkrete Fragen, die ihr euch stellen könntet:

  • wie viele Einnahmen haben wir aktuell
  • wie viel davon geben wir wofür aus
  • wie viel haben wir übrig, wo hätten wir Einsparpotential
  • können wir ein Konto (oder ganz haptisch ein Sparschwein) einrichten, auf das wir Geld für die ersten Monate/Jahre als Eltern legen
  • wie viel Geld weniger hätten wir wenn A in Elternzeit geht, wie viel weniger, wenn B auch 2,4,6 Monate Elternzeit nimmt
  • Wie sieht die Rechnung aus, wenn anschließend Kinderbetreuung vorhanden ist: wäre es finanziell möglich, das beide in Teilzeit (ob je 20, je 30 Stunden, eine_r 20, der andere 30 Stunden) gehen – Teilzeitrechner nutzen und gern auch mal ne Steuerberaterin fragen! Sowohl wenn unverheiratet, aber auch bei Verheiratet, ob dann die aktuellen Steuerklassen Sinn machen etc.
  • (indirekt im Zusammenhang mit Geld, aber wo wir schon mal dabei sind): macht es Sinn, wenn eine_r sich mit Blick auf Familienplanung schon mal einen neuen/anderen Job sucht, so dass zumindest pendeln weg fällt oder Homeoffice möglich ist (und damit mein ich die_den, die mehr arbeiten will/muss).

Für die Transparenz: wir haben uns damals nicht diese Fragen gestellt, waren beim ersten Kind dennoch beide gleich lang in Elternzeit. Für uns spielte das Thema Geld aber da auch nicht so die Rolle, das kam aber beim zweiten Kind…und außerdem: ihr könnt ja auch aus unseren Fehlern lernen ^^.

Und damit möglichst viele aus meinen Fehlern lernen, würde ich mich freuen, wenn ihr den Artikel verbreitet wo es geht!


Weil ich ja phasenweise auf Dinge stoße, die ich spannend finde und dann nahezu alles darüber lese was ich finden kann empfehle ich den durchschnittlich bis gut verdienenden werdenden Eltern hier mal Blogs zu „frugality“ oder „FIRE (financial independence retire early)“ zu googlen. Manches wirkt absurd, anderes kann hilfreich sein. Interessant auch die Stay at home Moms die Artikel über „How we live on one income“ oder so schreiben (ein Einkommen kann ja in eurem Falle auch zwei halbe Einkommen sein ^^). Ich denke schlicht: Je klarer man sich über die Finanzen ist, desto bewusster werden Entscheidungen getroffen (sofern man die Wahlmöglichkeiten hat).

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