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Tor 18: Befreiung vom Überfluss

Im ersten Beitrag dieses alternativen Adventskalenders habe ich ja unter dem Titel Zero Waste schon mal von meinem Bedürfnis nach… ja, weniger geschrieben. In den letzten Jahren kamen verschiedene Trends auf. Wobei ich das Wort Trend jetzt ein bisschen groß finde. Aber es haben genug Leute eingesehen, dass das Streben nach immer mehr von Allem aus verschiedenen Gründen falsch ist.

Lebensmittel werden weg geschmissen, Kleidung unterm Materialwert hergestellt, elektrische Geräte werden so konstruiert, dass sie nach einem sehr überschaubarem Zeitraum nicht mehr verwendbar sind – wohl wissend, dass man sie auch anders bauen könnte. Zwei Beispiele davon hatten wir hier in den letzten zwei Wochen: Mein Handy ist eigentlich noch top in Ordnung. Inzwischen gibt es aber zwei neuere Generationen. Da mein Handy selber also immer noch gut funktioniert, haben sich die Erfinder was anderes gedacht: Die Software lässt sich nicht mehr aktualisieren und wenn ich neuere Apps haben möchte, sagt mir das Teil, dass ich die dafür benötigte Software nicht habe… Und dann ging letzte Woche unsere Waschmaschine kaputt. Naja, also sie würde immer noch funktionieren. Allerdings hing die Trommel, in der mehrere Kilo Wäsche fast täglich geschleudert werden, an einer Plastikaufhängung! Und die ist kaputt gegangen. Natürlich lässt sich für diese eine Aufhängung kein Ersatz finden, also muss die ganze Waschmaschine ausgetauscht werden.

Ach ja, wie gesagt: Viele Menschen haben erkannt, dass das doof ist und setzen mit Foodsharing, Tauschringen, Upcycling, Repaircafes, Car-Sharing, Gemeinschaftsgärten/Urban Gardening, Do it yourself… wird dem etwas entgegen gesetzt: Der Grundgedanke, dass wir genug haben und nicht jede_r alles besitzen muss, dass Dinge nicht zum Wegwerfen gedacht sind und so weiter.

Einer der wissenschaftlichen Vertreter in Deutschland ist Niko Paech, der mit dem Buch „Befreiung vom Überfluss“ durch die diversen Talkshows und Politmagazine tingelt und schlaue Dinge sagt über die Postwachstumsökonomie, wie er sie sich vorstellt.

Ach ja, weil neulich tatsächlich die Frage aufkam: Nein, mein Adventskalender wird nicht von youtube gesponsert, aber im letzten Jahr habe ich tatsächlich viel Zeit dort verbracht 🙂

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18. Dezember 2015 · 9:51 pm

Nix Neues – Beobachtungen

(für die, die neu hier gelandet sind, hier noch mal die spielregeln).

ganz ehrlich? bis jetzt war es eigentlich keine herausforderung. da lebensmittel und drogerieartikel erlaubt sind, und ab und zu auch ein kaffee, komm ich gut zurecht. natürlich gibt es ein ABER:

die kleinen dinge. neulich dachte ich: ein königreich für einen regenschirm. vorher wär ich in den nächsten drogeriemarkt oder euroshop gegangen und hätte mir für maximal 2,99Euro einen knirpsverschnitt geholt. ich weiß nicht, wo die immer landen. aber hey, drei euro, das tut ja nicht weh! nun, jetzt hat mich der regen bös erwischt, da blieb nur, die kapuze tiefer zu ziehn und schneller zu laufen. gut, dass der alte regenschirm wieder auftauchte. aber der mann braucht ja auch einen, wenn er mit dem kind unterwegs ist. btw: habt ihr schon mal einen regenschirm mitgenommen? ihr wisst, schon, im warteraum von ärzten oder manchmal auch vorne in den supermärkten? da stehen oft so übergroße vasen, wo man die schirme ablegen kann, ist mir neulich mal aufgefallen.

was ich sagen will: für diese ‚kleinen dinge‘, – drei euro hier, zwei euro da – mach ich mir normalerweise keinen kopf. wenn ich etwas in dem rahmen haben wollte, habe ichs gekauft, wenn es im weg rumliegt, weggeworfen. ich versuche in zukunft mal, diese kleinen dinge bildlich oder schriftlich festzuhalten.

öffentliche räume. schon im studium ist mir aufgefallen, dass es kaum orte gibt, an denen man sich einfach so aufhalten, hinsetzen, unterhalten kann. jedenfalls nicht, ohne zumindest einen kaffee zu bestellen. als mutter mit viel zeit wurde das noch deutlicher. immerhin hatte ich oft glück mit dem wetter, aber wohin bei kälte oder regen? ist es nicht verdammt unverschämt, dass man nirgendwo einfach so sein kann? habe ich lange nicht mehr drüber nachgedacht, werde ich aber fortführen.

die einzige herausforderung, die mich die nächsten tage erwartet, ist ein friseurbesuch. es hat 31 jahre gedauert, um eine frisur zu finden, mit der ich länger als ein halbes jahr glücklich war. und die braucht regelmäßiges nachstutzen und vor allem und leider: chemie. das geht ganz schön ins geld (nur als notiz an mich selber, für in ca. 10 jahre: kurzhaarfrisuren sind NICHT günstiger und pflegeleichter als langes haar…). ich hab lange gegrübelt – farbe selber machen, zum schneiden zur mutter (die vor vielen jahren mal den friseurberuf gelernt hat, aber lange nicht mehr in diesem bereich arbeitet)? nix gegen mamas talent, aber wie gesagt, 31 jahre rumprobieren reichen mir. ich achte mal wieder auf einen aushang „opfer models für unsere lehrlinge gesucht“ oder so. also, erster punkt: gescheitert.

zum irgendwas selber machen komm ich grad gar nicht. die wochen sind voll mit arbeit, das wochenende mit familie und freunden. es wartet noch ein schöpfrahmen darauf, papierbrei zu blättern zu machen. damit zum beispiel der a. in schweden endlich mal post bekommt (falls du das liest: ich lebe noch!). mein ersters häkelkuscheltier hat noch keine augen. und das wetter ist eigentlich echt so weit, dass ich einen schal und minime auch das ein oder andere winterzubehör bräuchte. tja…

und nochmals danke für die vielen tips für meinen projektstart, auf manches kommt man selber einfach nicht!

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Die Spielregeln

so, während ihr den eintrag lest, sitz ich dank der wordpress-funktion „später veröffentlichen“ grade im zug auf dem weg zu meinem ersten (wieder)arbeitstag.

hier sind die spielregeln für das konsumkritikprojekt ’nix neues‘. ziel ist es, das nächste halbe jahr nichts neues zu kaufen. (zur erinnerung: mein blog heißt „glücklich scheitern“, ich hoffe also, ihr erwartet nicht, dass mir das gelingt). doof nur, dass ich die spielregeln selber aufstelle, da sitzen jetzt grade teufelchen und engelchen auf meiner schulter und spielen armdrücken.

also: immer wieder beobachte ich (mich), dass mir das geld unter den fingern weg rinnt und ich am ende des tages nicht weiß, wohin es gegangen ist. hier ein coffee to go, dort ein buch, da ein geburtstagsgeschenk für irgendwen. mir geht es mit diesem projekt darum, bewusster zu kaufen und zu sehen, wie weit man ohne (viel) geld kommt.

konkret:

unterwegs: selber für die verpflegung sorgen, nicht hier brötchen kaufen und da kaffee. aber natürlich nicht so, dass ich mich ins soziale abseits schieße. das heißt: kaffee mit freund_innen ist drin. aber vielleicht muss ich nicht mehr gleich ein stück kuchen dazu bestellen? und statt sich abends zum essen auswärts zu treffen (haha, als hätte ich freizeit), mal wieder leute zum essen einladen – wie in studentinnenzeiten.

geschenke: selbermachen. jaaaa, liebe freund_innen, überlegt euch gut, ob ihr mich zum geburtstag einladet. es gibt selbstgemachtes und selbstgekochtes.

für mich: klar, lebensmittel müssen neu sein. und hygieneartikel auch, bin ich doch im drogeriemarkt mit vornamen bekannt.

das teufelchen fragt grade, ob ’neu‘ eng definiert wird. ob also ebay, flohmarkt und second-hand-laden erlaubt sind? und was mit den selbermachprojekten ist – dafür braucht man ja auch erst mal grundlagen (wolle, bastelzeugs, werkzeug…). hm….ihr könnt ja wie immer euren senf dazu geben.

das projekt wird natürlich mit theoretischen hintergründen und vordergründigen bildern aus dem echten leben unterfüttert. letzteres gleich anbei.

mein starterparket für morgen (also, wenn ihr dies lest heute) früh:

und für die flüssigkeitsaufnahme, die ich meistens vergesse:

und zuletzt noch eine meiner inzwischen im halbschlaf gehäkelten kinderwagenketten:

also, wenn das mit der professorinnenkarriere nix wird, hab ich immer noch dawanda 😉

 

p.s.: auf die schnelle hab ich nicht rausgefunden, wie ich einen artikel unter dem label ’nix neues‘ posten kann. jemand einen schritt-für-schritt-anleitung parat oder ist das eh nicht vorgesehen?

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