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Ein halbes Jahr zu viert

Cashew ist jetzt 6 Monate alt. Ein halbes Jahr sind wir in dieser Wohnung zu viert. Ein halbes Jahr, in dem wir mit Cashew vertraut wurden. Bei Minime war das der Zeitpunkt, an dem ich wieder arbeiten gegangen bin. Nun, diesmal wartet keine Stelle darauf, dass ich wieder komme, aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

Wir haben uns eingegroovt, würde ich sagen. Cashew ist – Überraschung! – anders als Minime und das zu lernen und umzusetzen hat eine Weile gedauert. Cashew hat zum Beispiel eine innere Präzisionsuhr, was Schlafenszeiten angeht. Wenn man dann nicht richtig reagiert, hat man schon mal ein sehr leidliches Kind. Versteh ich, aber da Minime zumindest tagsüber schlief, wie es grade passte (meistens in der Trage oder im Kinderwagen), hat es eine Weile gedauert bis ich akzeptierte, meinen Tagesablauf ein wenig an den von Cashew anzupassen. Nachts funktioniert diese Präzisionsuhr übrigens nicht ganz so gut. Wir hatten hier eine sehr lange Phase, in der er nachts wach wurde und es dann zwei Stunden blieb. Leider nicht gut gelaunt, sondern nach einer halben Stunde merkte man: Eigentlich ist er selber sehr müde, aber findet nicht in den Schlaf. Bei Minime half dann meistens: Milch. Körperkontakt. – Bei Cashew kann es dagegen nichts Schlimmeres geben, als ihn dann hoch zu nehmen, rumzutragen oder oder oder. Ziemlich genau nach zwei Stunden schlief er dann wieder ein. Gerne dann, wenn ich grade das Fläschchen neu füllen wollte, das Zimmer verließ und dann wieder rein kam: Cashew eingeschlafen. Ts.

Cashew „fremdelt“ auch längst. Wenn man irgendwo hinkommt und ihn zu schnell hinlegt oder jemand anderem (auch wenn es keine_e Unbekannte_r ist) in den Arm drückt ist ganz schnell Alarm. Kannten wir von Minime auch nicht.

Aber genug mit den Vergleichen. Jedenfalls beginnt so langsam die Zeit, in der ich gut klar komme mit Babys. Ehrlich, das erste halbe Jahr ist nicht so meins. Wäre Cashew nicht so schwer (knapp 11kg auf 74cm bei sechs Monaten) würde ich viel mehr unterwegs sein. Da er den Kinderwagen aber hasst wie die Pest ist die einzige Fortbewegungsmöglichkeit momentan der Fahrradanhänger. Reicht für Strecken von A nach B, aber zum Spazieren nicht ganz so praktisch. Ansonsten machen wir tatsächlich ein paar Sachen anders: Ich probiere mich grade durch verschiedene Stoffwindelsysteme und finde es herrlich, nicht mehr ständig dran zu denken, neue (Wegwerf)Windeln kaufen zu müssen. Und freue mich auf den Sommer, wo Cashew dann einfach untenrum nur eine der schönen Windeln tragen kann. Jaja, sagt nix. Und statt Brei-Kocherei und Gemüse pürieren probieren wir es mit „Breifrei“. Klappt sehr gut, wie ich finde. Das Kind muss man hinterher nicht baden, man kann die Krümel vom Essen einfach abklopfen. Sehr praktisch.

Ansonsten genießen wir grade die Vorweihnachtszeit. Naja, vermutlich hauptsächlich ich. Minime ist tatsächlich immer so beschäftigt, dass er morgens vergißt, in seinen Adventskalender zu schauen, der Nikolausbesuch am Samstag war kurz aufregend, dann waren die anderen Kinder wieder interessanter. Aber Kerzen, die im Adventskranz und die am Tannebäumchen, die liebt er. Klassische Bücher und Geschichten gibt es (noch) nicht, ich versuche auch die Waage zu halten, zwischen christlichen Ideen und einfach „menschlichen“ Geschichten und Texten. Zum Nikolaus bekam Minime das Buch „Der Drache Kokosnuss feiert Weihnachten“. Das sollte dieses Jahr genügen.

Eine schöne Adventszeit, ganz egal, ob ihr Grinches seid, oder voll in dieser Jahreszeit aufgeht!

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